Für ihre Studie werteten die Forscher die Vitamin- und Medikamentendaten von mehr als 200.000 Patienten in Nordkalifornien aus. 25.956 hatten zwischen Januar 1997 und Juni 2011 die Diagnose Vitamin B12 Mangel erhalten, 184.199 nicht. Die Wissenschaftler verglichen nun, ob die Mangel-Patienten möglicherweise häufiger Magensäure hemmende Mittel eingenommen hatten als die ausreichend mit B12 versorgten Teilnehmer. Dazu ermittelten sie, wie häufig und in welcher Dosierung alle Teilnehmer solche Magenschutz-Medikamente eingenommen hatten.
Frauen und Jüngere stärker betroffen
Das Ergebnis: Bei Teilnehmern, die zwei Jahre oder länger regelmäßig Säureblocker eingenommen hatten, war das Risiko für einen Vitamin B12 Mangel erhöht. In der Gruppe der Mangelpatienten waren sie um knapp fünf Prozent stärker vertreten als in der Kontrollgruppe mit ausreichend B12. Der Zusammenhang zwischen Magensäure-Hemmern und Vitamin B12 Mangel war dabei umso stärker, je höher die Dosierung der Säureblocker war, wie die Forscher berichten. Zudem waren Frauen und jüngere Altersgruppen stärker betroffen als Männer oder ältere.
Nach Ansicht der Wissenschaftler deutet das Ergebnis darauf hin, dass diese Medikamente anfälliger für einen Vitamin B12 Mangel machen – auch wenn noch nicht geklärt sei, warum. Sie warnen allerdings vor vorschnellen Reaktionen: “Das heißt nicht, dass wir von Säureblockern bei Personen mit klarer Indikation für eine entsprechend Behandlung abraten”, so Lam und seine Kollegen. “Aber Mediziner sollten bei der Verschreibung dieser Arzneimittel wachsam sein und die jeweils geringstmögliche Dosis einsetzen.” Eine gute Nachricht gab es aber auch: Bei den Teilnehmern, die aufhörten die Säureblocker zu nehmen, normalisierte sich nach einige Zeit auch das Risiko für den Vitamin B12 Mangel wieder.





