Clownfische kommunizieren mithilfe von Lauten, die sie durch schnelles Zusammenschlagen ihrer Backenzähne erzeugen. Das haben belgische Forscher mit einer Kombination von Tonaufnahmen, Hochgeschwindigkeitsvideoaufnahmen und Röntgenbildern bei der Art Amphiprion clarkii herausgefunden. Die so erzeugten “chirp”- und “pop”-Geräusche werden sowohl bei der Balz als auch bei Disputen eingesetzt, erklären die Wissenschaftler.
Clownfische benutzen eine große Bandbreite an Geräuschen, um miteinander zu kommunizieren. Die Töne bestehen aus Folgen von bis zu acht Einzelpulsen, die nur Sekundenbruchteile andauern. Von anderen Fischen ist bekannt, dass sie durch das Aneinanderreiben von Knochen oder mit ihrer Schwimmblase Töne erzeugen. Laute, wie sie die Clownfische von sich geben, lassen sich mit diesen Techniken jedoch nicht hervorbringen. Um hinter die Taktik der Clownfische zu kommen, nahmen die Wissenschaftler um Eric Parmentier die Geräusche von drei weiblichen und einem männlichen Tier auf und synchronisierten diese mit Hochgeschwindigkeitsvideoaufnahmen, an die in einigen Fällen zusätzlich eine Röntgenapparatur angeschlossen war.
Typischerweise werden die Töne von einigen schnellen Bewegungen begleitet, ergaben die Messungen: So hoben die Fische ihren Kopf, senkten den Zungenbeinbogen ab, bewegten den Schultergürtel nach hinten und schlossen am Ende den Unterkiefer. Dabei schlagen die Backenzähne der Fische zusammen und übertragen Energie auf den Kiefer, der wahrscheinlich als Klangkörper fungiert.
Der Zungenbeinbogen und der Unterkiefer sind über ein Band verbunden, das wie ein Zugseil funktioniert und für die schnelle Aufwärtsbewegung des Unterkiefers verantwortlich ist. Schnitten die Forscher dieses Band durch, verstummte der Fisch. Werden die oberen und unteren Backenzähne verkürzt, werden die Töne kürzer und verlieren die typische Pulsform.
Alle 27 Anemonenfischarten erzeugen spezifische Töne, die wohl unter anderem von den unterschiedlichen Zahnformen der einzelnen Arten abhängen. Das Band zwischen Zungenbein und Unterkiefer findet sich auch bei weiteren Arten der Familie Riffbarsche, von denen viele ebenfalls über Töne kommunizieren. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass dieses Band bei Riffbarschen generell zur Tonerzeugung dient und die Tiere ihr Skelett damit speziell an diese Anwendung angepasst haben.
Eric Parmentier (Universität von Liège, Belgien) et al.: Science, Bd. 316, S. 1006 ddp/wissenschaft.de ? Tobias Becker





