Nur 37 Prozent der Ärzte sagt schwer krebskranken Patienten, wie lange sie noch zu leben haben. Etwa 40 Prozent machen ungenaue, meist zu optimistische Angaben, knapp jeder vierte Arzt verweigert die Aussage ganz. Das berichten Forscher der Universität Chicago im Fachblatt Annals of Internal Medicine (Vol. 134, Nr. 12).
In der von Elizabeth B. Lamont und Nicholas A. Christakis geführten Umfrage hatten zwar fast alle der 258 befragten Ärzte angegeben, Prognosen über die Lebenserwartung ihrer schwer krebskranken Patienten aufgestellt zu haben. Doch die Mehrheit enthielt den Patienten dieses Wissen vor, um ihnen die Hoffnung nicht zu nehmen, schreibt Lamont. Dabei sei es für viele todkranke Menschen wichtig zu wissen, wie viel Zeit noch bleibt, um sich und die Familie auf den Tod vorzubereiten.
Ulrich Dewald





