Ob Insektizide oder Duftkerzen ? wirklich abhalten lassen sich Moskitos kaum, wenn es darum geht, Blut zu saugen. Selbst starke Regenfälle stellen keine wirkliche Bedrohung für die leichten Insekten dar. US-Forscher können nun erklären, warum.
Andrew Dickerson von der School of Mechanical Engineering in Atlanta und seine Kollegen setzten Moskitos der Gattung Anopheles in einer Art Reagenzglas künstlichem Regen aus. Um den Tropfen auszuweichen, sind die filigranen Insekten zu langsam ? Treffer sind also vorprogrammiert. Kleinere Regentropfen perlen dank der Wasser abweisenden Härchen, die den ganzen Körper der Tiere bedecken, einfach ab. Doch auch Platzrehen mit Tropfen, die 50 Mal so viel wiegen wie die Moskitos, überlebten die Stechmücken. Mit extremer Widerstandskraft hat das nichts zu tun ? ganz im Gegenteil: ?Sie lassen sich einfach von den Regentropfen mitreißen?, erklärt Studienleiter David Hu. So schützen sich die Moskitos vor Verletzungen. Ihr geringes Gewicht spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn der Tropfen kann seinen Weg zum Erdboden nahezu ungebremst fortführen, gibt also kaum Energie an den Moskito ab. Die Aufnahmen einer Hochgeschwindigkeitskamera zeigten, wie die Moskitos sich wieder aus dem Wassertropfen lösen: Sie nutzen ihre langen Beine und Flügel ? und rotieren sozusagen aus dem Tropfen heraus. Das kann bis zu 20 Körperlängen dauern. Allzu tief sollten die Stechmücken also bei Regen nicht fliegen ? sonst endet ihr Flug doch noch mit einer Bruchlandung. Ein Moskito im Regen
Kleine Regentropfen perlen nahezu an Moskitos ab ? aus großen winden sich die Stechmücken wieder hinaus. Bild: Dickerson/Hu
Andrew Dickerson (School of Mechanical Engineering in Atlanta): PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1073/pnas.1205446109 © wissenschaft.de ?Marion Martin





