Viagra wirkt nicht nur beim Menschen potenzsteigernd: Auch bei Pflanzen beeinflusst das Mittel das Wachstum des männlichen Sexualorgans, haben portugiesische Forscher herausgefunden. Es verstärkt den Effekt des Gases Stickstoffmonoxid (NO), das bei der Befruchtung der weiblichen Pflanze eine entscheidende Rolle spielt. Das berichtet das Instituto Gulbenkian de Ciência in Oeiras (Portugal).
Wenn das Pollenkorn, das die männlichen Samenzellen enthält, von den männlichen Staubblättern zum weiblichen Stempel gelangt, keimt der Pollen aus und es wächst ein so genannter Pollenschlauch. Dieser Schlauch muss den oft zentimeterlangen Griffel durchwachsen. Er dehnt sich aus, bis er die weiblichen Eizellen erreicht und dort den Samen entlässt. Bei diesem Prozess beeinflusst Stickstoffmonoxid die Geschwindigkeit und Richtung des Pollenschlauch-Wachstums, haben José Feijó und seine Kollegen bei Lilien entdeckt. NO könnte von dem weiblichen Sexualorgan abgegeben werden und dem Pollenschlauch als Wegweiser dienen.
Viagra intensiviert den Einfluss des Gases, konnten die Wissenschaftler belegen. Da das Potenzmittel die Produktion eines Botenstoffs namens cGMP stimuliert, gehen die Forscher davon aus, dass NO über dieses kleine Botenmolekül auf den Pollenschlauch wirkt. Die Entdeckung legt nahe, dass sich fundamentale biologische Prozesse wie zum Beispiel die Befruchtung bei der geschlechtlichen Fortpflanzung in ihren Grundmechanismen stark ähneln. Sie sind von der Pflanze bis zum Tier erhalten geblieben.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





