Ratten zeigten nach der Injektion von “Y-27362” in den Penis umgehend eine Erektion
Tom Mills und Kollegen vom Medical College of Georgia haben eine Substanz entdeckt, die Erektionen hervorruft. Der Wirkstoff namens “Y-27362” erweitert die Blutgefäße im Penis und führt auf diese Weise zu einer Erektion. Ihre Forschungsergebnisse haben die Physiologen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Nature Medicine” veröffentlicht. Die Substanz hatte sich bei Ratten als äußerst wirksam erwiesen.
Viagra gilt bei sexuellen Funktionsstörungen als das Mittel der Wahl, jedoch gibt es einige Fälle von Erektionsstörungen, bei denen Viagra nicht wirkt: beispielsweise bei Patienten, deren Nerven durch Diabetes und andere Krankheiten beschädigt sind. Viagra steigert die Wirkung von Stickstoffoxid im Blut. Diese Substanz entspannt Muskeln und sorgt dafür, dass auch die Muskeln um die Blutgefäße sich entspannen. Dies führt im Penis dazu, dass die Blutgefäße sich erweitern und mehr Blut hineinfließt: es kommt zur Erektion.
Die Forscher aus Athens sind nicht den Umweg über die Muskelentspannung gegangen, sondern haben Substanzen getestet, die die Gefäße direkt erweitern. Wenn sie Y-27362 in den Penis einer Ratte injizierten, folgte prompt die Erektion. Auch kleine Dosen des Medikaments wirken ausreichend. Momentan versuchen die Wissenschaftler, eine lokale Therapie zu entwickeln, denn schließlich stellt eine Spritze in den Penis für die meisten Patienten ein Hindernis dar.
Iris Schaper





