Auch Schnecken schlafen. Das ergab eine Studie von Biologen der kanadischen University of Toronto. Was unspektakulär klingt, ist tatsächlich der erste Beweis dafür, dass Gastropoden ab und zu ein Nickerchen machen.
Richard Stephenson und Vern Lewis war aufgefallen, dass Spitzschlammschnecken (Lymnaea stagnalis) in den Laboraquarien immer wieder für rund 20 Minuten in einem bewegungslosen Zustand verharrten. Dabei suchten sie zunächst einen festen Halt, dann entspannten sich ihre Muskeln, und die Weichtiere zogen ihre Fühler ein. Die Forscher wollten wissen, ob sich die Schnecken nur ausruhten, oder fest schliefen. Dazu berührten sie die Tiere mit einem Stäbchen am Kopf. Beim Schlaf sollte eine Schutzreaktion erst mit Verzögerung eintreten – und genau das geschah. Erst nach einer Schrecksekunde begannen sich die Schnecken ganz langsam in ihr Gehäuse zurückzuziehen.
Weitere Beobachtungen ergaben, dass die Schnecken nicht – wie Wirbeltiere – einem regelmäßigen Schlafrhythmus folgten. Sie schliefen alle zwei bis drei Tage nach einem nicht erkennbaren Muster. Die Biologen hoffen auf neue Erkenntnisse über die Biologie des Schlafs.





