Hormonpillen können noch fünf Tage nach einem ungeschützen Geschlechtsverkehr vor einer Schwangerschaft schützen, berichtet die Wissenschaftlerin Isabel Rodrigues von der Universität in Montreal. Je früher die oralen Verhütungsmittel nach einem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, desto effektiver ist die Verhütung, zeigt die Studie im American Journal of Obstetrics and Gynecology.
Künstliche Hormone konnten noch bis zu 120 Stunden nach einem ungeschützen Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft verhindern, schreibt Rodrigues. Bisher wurde angenommen, dass eine nachträgliche Einnahme spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgen sollte, um eine Schwangerschaft effektiv zu verhindern.
Die Ergebnisse zeigten aber, dass auch noch nach 72 bis 120 Stunden nach dem Sex eine Schwangerschaft in 72 bis 87 Prozent der Fälle verhindert wurde. Nach einer Einnahme bis spätestens 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr liegt die Wahrscheinlichkeit, nicht schwanger zu werden bei fast 90 Prozent.
Insgesamt nahmen 300 Frauen an dieser Studie teil, 131 Teilnehmerinnen bekamen die Hormonpillen spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützen Sex. Die restlichen 169 Frauen erhielten die Hormone zwischen 72 und 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr.
Für diese nachträgliche Verhütung nahmen die behandelten Frauen insgesamt vier Tabletten ein. Diese Verhütungsmethode basierte auf einer bereits etablierten Therapie nach Yuzpe und Lancee. Die Tabletten enthalten die künstlichen Hormone Ethinyl-Estradiol und DL-Norgestrel.
Dr. L.-M. Schmidt





