Ein neuartiges Pflaster, das einfach auf die Haut geklebt wird, ist genauso sicher wie die herkömmliche Anti-Baby-Pille. Da das Pflaster nur drei Wochen getragen wird, gefolgt von einer pflasterfreien Woche, ist die Akzeptanz durch die Frauen größer als bei der Pille, berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift The Journal of the American Medical Association (JAMA).
Die Sicherheit und Verträglichkeit des Pflasters testeten Marie-Claude Audet vom Centre Medical des Halles de Ste-Foy und Kollegen in einer Studie, an der insgesamt 1.417 gesunde Frauen im gebärfähigen Alter teilnahmen. Zwischen Oktober 1997 und Juni 1999 verwendeten über 800 Teilnehmerinnen das neue Verhütungspflaster, und etwa 600 Frauen erhielten oral einzunehmende Verhütungsmittel. Die Fälle ungewollter Schwangerschaften unterschieden sich nicht signifikant zwischen beiden Gruppen. Sie lagen jeweils bei 1 bis 2 Prozent.
Das Pflaster schränkt die Trägerin kaum ein. Schwimmen und Baden ist problemlos. Wenn ein Pflaster verloren wird, kann es einfach ersetzt werden. Nur von Körperölen und Kosmetika muss die Haut rund um das Verhütungsmittel frei sein, um die Abgabe der Hormone nicht zu stören. Die bislang getesteten Pflaster geben 20 Milligramm des weiblichen Hormons Östrogen und 150 Mikrogramm eines Vorläufers des Hormons Progestin ab, die über die Haut aufgenommen werden.
Da ein Pflaster eine ganze Woche getragen wird und erst dann von einem Neuen ersetzt wird, ist es leichter zu handhaben als die tägliche Einnahme der Pille. Da beide Verhütungsmittel gleich sicher sind, rechnen die Ärzte mit einer höheren Akzeptanz des einfach zu dosierenden Verhütungsmittel. Ein Pflaster wird nicht so schnell vergessen wie eine Pille.
Dr. Dagmar Knopf





