Wenn sich Fliegenmännchen und -weibchen nächtens ein Stelldichein geben, laufen sie Gefahr, ihr Techtelmechtel mit dem Leben zu bezahlen – zumindest wenn Fledermäuse in der Nähe sind. Denn die spüren die Fliegen anhand der Kopulationsgeräusche auf, um sie aufzufressen. Das zeigt eine Studie von Forschern des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen um Stefan Greif, die passenderweise mit „Sex kills” überschrieben ist.
Die Wissenschaftler hatten vier Jahre lang in einem Magdeburger Kuhstall eine Lebensgemeinschaft von Stubenfliegen und Fransenfledermäusen beobachtet. Für die Fliegen bestand offenbar keine Gefahr, wenn sie nur an der Decke saßen oder träge herumkrabbelten. Denn die Fledermäuse können die Insekten nicht mit ihrer Echoortung finden, da die Echos der Fliegen und des rauen Untergrunds miteinander verschmelzen, was die Beute quasi unsichtbar macht. Anders, wenn sich die Fliegen paaren. Dann schlagen die Männchen heftig mit ihren Flügeln und verursachen breitbandige Summlaute, die von den Fledermäusen deutlich gehört werden können. Um zu überprüfen, ob die Fledermäuse tatsächlich auf die Kopulationsgeräusche reagieren, klebte Greif tote Fliegenpärchen, die eine größere Reflektionsfläche bieten als einzelne Tiere, an die Decke. Die Fledermäuse waren davon völlig unbeeindruckt. Erst als die Forscher die typischen Summlaute abspielten, zeigten sie eine Reaktion: Sie attackierten die Lautsprecher.





