Ein neues Medikament kann die Herzfunktion nach einem Herzinfarkt verbessern, wenn es vor der Wiedereröffnung der Gefäße verabreicht wird. Wie Wissenschaftler des Wake Forest University Baptist Medical Center auf einem Treffen der American Academy of Pediatrics in Baltimore beschrieben, fängt das Mittel freie Radikale ab, bevor sie die Herzzellen schädigen können.
Die Forscher untersuchten die Wirkung des Medikaments M40403 an Laborratten, deren Herzfunktion sie über den Zeitraum von einem halben Jahr verfolgten. Erfolgte die Medikamentengabe nach einem Herzinfarkt der Tiere, aber vor der Wiedereröffnung der verschlossenen Blutgefäße, starben im Anschluss weniger Herzzellen ab als ohne das Medikament.
Normalerweise entstehen nach einem Herzinfarkt in großer Menge freie Radikale, wenn das verschlossene Blutgefäß wieder geöffnet wird. Diese strömen dann in das Herzgewebe und zerstören hier Proteine und die Erbinformation, die DNA. Das Gewebe stirbt schließlich ab. Kleine Konzentrationen freier Radikale kann der Körper abbauen und sie so unschädlich machen. Doch die plötzlich auftretende Flut überfordert das Herzgewebe, so dass absterbende Zellen vernarben.
Ein Vorteil des neuen Medikaments ist seine Größe. Die Moleküle sind so klein, dass sie auch in Gewebe wie Herz und Gehirn eindringen können, was größeren synthetischen Molekülen nicht so einfach gelingt. Setzen sich die positiven Effekte von M40403 in Tierversuchen fort, sollen demnächst klinische Studien gestartet werden.
Dr. Dagmar Knopf





