Die Weibchen der vor der Küste Floridas lebenden Schaufelnasen-Hammerhaien bevorzugen Nachwuchs von einem einzigen Männchen: Obwohl die Lebensweise der Tiere nicht für Monogamie spricht, stammen die meisten Haikinder eines Muttertieres von demselben Vater ab. Das haben amerikanische Genetiker entdeckt. Ihre Untersuchungen schildern Mahmood Shivji von der Nova-Southeastern-Universität in Florida und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Molecular Ecology Bd. 13, S. 1965 (Bd. 13, S. 1965).
Die kleine Haiart Sphyrna tiburo lebt in tropischen und subtropischen Gewässern des westlichen Atlantiks. Die Weibchen haben eine besondere Fähigkeit: Sie können das Sperma der Männchen aufbewahren. Die Tiere leben zwar sehr sozial, jedoch bilden Männchen und Weibchen keine dauerhaften Partnerschaften und kümmern sich auch nicht gemeinsam um den Nachwuchs. Dies spricht nicht für eine monogame Lebensweise.
Daher erwarteten die Forscher bei ihrer Untersuchung der Vaterschaftsverhältnisse bei insgesamt 188 Nachkömmlingen aus 22 Würfen von 22 Weibchen, dass die Nachkommen aus jedem Wurf von mehreren Vätern stammen. Zu ihrer Überraschung hatten jedoch achtzig Prozent denselben Vater, fand das Team um Shivji heraus. Wahrscheinlich paarten sich die meisten Mütter demnach hauptsächlich mit einem Partner, vermuten die Wissenschaftler. Eine andere mögliche Erklärung könnte jedoch auch sein, dass sich das Sperma eines Männchens deutlich häufiger durchgesetzt hat, falls die Weibchen doch mit mehreren Männchen kopulierten.
Den genauen Grund für diese genetische Monogamie kennen die Forscher noch nicht. Bei anderen Haiarten, die ebenfalls vor der Küste Floridas leben, sind die Familienverhältnisse längst nicht so geordnet.
ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff





