Zurzeit sind die Wetterbedingungen für erhöhte Ozonwerte wieder förderlich: Sonnenlicht und Autoabgase begünstigen den Sommersmog, bei dem die Konzentration des giftigen Gases Ozon in Bodennähe ansteigt. Doch auch nachts ist man vor der Luftverschmutzung nicht sicher, berichten Arun Attri und Kollegen von der Jawaharlal Nehru University in Neu-Delhi im Journal Nature.
Die Forscher fanden heraus, dass Ozon auch bei Feuerwerken entstehen kann. Das ultraviolette Licht, das im Funkenregen der Leuchtraketen freigesetzt wird, reiche aus, um molekularen Sauerstoff zu spalten. Die einzelnen Sauerstoff-Atome können sich dann mit einem anderen Sauerstoff-Molekül zu Ozon (O3) verbinden.
Während der Diwali-Festlichkeiten am 7. November 1999 haben Attri und seine Kollegen zwischen 20:40 Uhr und 2:30 Uhr einen Anstieg der Ozonkonzentration entdeckt. Da die Sonne schon untergegangen war und die Stickoxid-Konzentrationen sich nicht veränderten, schlossen sie, dass das Ozon nicht durch den gleichen Mechanismus wie beim Sommersmog erzeugt wurde. In Experimenten stellten sie fest, dass die Menge entflammbaren Materials in einem Feuerwerkskörper mit der erzeugten Ozonmenge korreliert. Bei der Verbrennung von Metallsalzen wie Bariumnitrat, Strontiumnitrat oder Kalium-Perchlorat liegt ein Teil des erzeugten Lichtes im ultravioletten Bereich, berichten die Forscher. Das Feuerwerks-Ozon werde offenbar durch einen ähnlichen Prozess erzeugt wie die Ozonschicht in der Stratosphäre.
Ute Kehse





