Als 2015 das Pariser Klimaabkommen beschlossen wurde, weckte das weltweit Hoffnungen darauf, dem Klimawandel als geschlossene Weltgemeinschaft gegenübertreten zu können. Um die globale Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten, sicherten 195 Länder zu, ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Doch spätestens als die USA 2020 unter Donald Trump vorübergehend ausgetreten und erst wieder unter Joe Biden eingeschert waren, drohte die Einigkeit der Vertragspartner zu bröckeln. Hinzu kommt, dass bisher nur die wenigsten Staaten ausreichende Emissionsminderungen geplant haben, um das Pariser Klimaschutzziel noch zu erreichen.

Drastische Folgen durch Rückzug der größten Emittenten
Passend zum Beginn des aktuellen Weltklimagipfels COP27 in Sharm el-Sheikh stellte ein Report des UN-Umweltprogramms UNEP den Klimaschutz-Bemühungen der Länder ein schlechtes Zeugnis aus. Die bisher eingereichten nationalen Selbstverpflichtungen werden demnach die globalen Emissionen bis 2030 nur um fünf bis zehn Prozent senken. Um das Klimaziel des Pariser Abkommens zu erreichen, wäre aber eine Reduktion um 30 bis 45 Prozent nötig.
Mario Larch von der Universität Bayreuth und Joschka Wanner vom Kiel Institute for the World Economy (IfW) haben zusätzlich in einem Arbeitspapier untersucht, welche potenziellen Folgen ein Ausstieg einzelner Länder aus dem Pariser Klimaabkommen hätte. Dafür ermittelten sie jeweils, welchen Effekt der Ausstieg dieses Landes auf die globalen Emissionen und das Erreichen des Klimaschutzziels von Paris haben würden. In den 140 analysierten Szenarien stechen vor allem die USA und China heraus.
Ein Ausstieg der USA hätten die dramatischsten Folgen, so die Forscher. „Die Vereinigten Staaten sind der weltweit zweitgrößte Emittent. Sie haben sich aber auch mit einer angestrebten Reduktion um 47 Prozent auf eine hohe Minderung ihrer Emissionen verpflichtet“, sagt Wanner. Ein Ausstieg der USA hätte zur Folge, dass diese enorme Emissions-Ersparnis einfach verpufft. Weltweit betrachtet würden die Emissionen bis 2030 dann nicht mehr um 25,4 Prozent, sondern nur um 17,3 Prozent zurückgehen. Bei einem Ausstieg Chinas würde der globale CO2-Ausstoß um 22,5 Prozent sinken. China sei laut Forschern zwar der weltweit größte Emittent, habe sich aber weniger ambitionierte Klimaziele gesteckt als die USA, lediglich eine Emissionsreduktion um 11,3 Prozent.





