Mammuts waren einst in Nordamerika, Asien und Europa weit verbreitet und lebten über Jahrtausende hinweg auf unserem Planeten, bis sie schließlich mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 4000 Jahren ausstarben. Ihre nächsten noch lebenden Verwandten sind die asiatischen Elefanten (Elephas maximus). Doch wie kam es zum Mammutsterben und wie haben sich die großen Dickhäuter vorher entwickelt? Wovon ernährten sich die Eiszeitgiganten in ihrem kalten Lebensraum und von welchen Pandemien wurden sie heimgesucht? Diese Fragen sind bis heute nur in Teilen geklärt.

Weitere Hinweise dazu haben nun Forschende um Benjamin Guinet vom Zentrum für Paläogenetik in Stockholm zusammengetragen. Dafür analysierten sie 483 Fossilproben von Woll- und Steppenmammuts (Mammuthus primigenius und Mammuthus trogontherii). Die Zähne, Knochen und Hautreste wurden unter anderem im Yukongebiet Alaskas und in Sibirien gefunden und sind zwischen 1,1 Millionen und 4607 Jahren alt. Guinet und seine Kollegen fokussierten ihre Analysen auf die DNA der in den Mammutproben enthaltenen Mikroorganismen und werteten diese mithilfe bioinformatischer Techniken aus. So konnten sie unterscheiden, welche Mikroben bereits zu Lebzeiten der Mammuts in deren Körper existierten und welche erst nach dem Tod der Mammuts in ihre Überreste eindrangen.
Ältestes Bakterien-Erbgut in Mammutfossil gefunden
Die Paläogenetiker identifizierten so 310 Mikrobenarten, die die Mammut-Überreste überwiegend erst post-mortem besiedelten, darunter Umweltbakterien wie Gelidibacter, Nitrobacter und Sulfuricella. Unter den Funden waren aber auch Mikroorganismen aus sechs Gruppen, die einst in den lebenden Mammuts vorkamen und diese als Wirt nutzten. Zu diesem Mikrobiom gehörten demnach unter anderem Bakterien der Gattungen Actinobacillus, Pasteurella, Streptococcus und Erysipelothrix. Einige dieser Bakterien fanden die Forschenden in mehreren Mammutproben jüngeren und deutlich älteren Datums. Das deutet darauf hin, dass diese mikrobiellen Abstammungslinien über Hunderttausende von Jahren hinweg mit Mammuts koexistierten. Unter den Funden war auch das Teilgenom eines Bakteriums der Gattung Erysipelothrix, das Guinet und seine Kollegen aus einem 1,1 Millionen Jahre alten Steppenmammut isolierten. Damit handelt es sich um die älteste jemals geborgene DNA einer Mikrobe, die in einem Wirt lebt.





