Unterernährung kann anhand der Armspanne eines Menschen festgestellt werden. Dies fand ein Forscherteam von der London School of Hygiene and Tropical Medicine heraus. Diese Methode würde vor allem die unterernährten alten Menschen in der Dritten Welt besser erfassen als bisherige Methoden. Ihre Erkenntnisse haben die Forscher in der Zeitschrift “European Journal of Clinical Nutrition” veröffentlicht.
Der üblicherweise angesetzte Body-Mass-Index (Berechnung: Gewicht geteilt durch Größe zum Quadrat) zur Feststellung von Unterernährung kann gefährlich in die Irre führen. Denn bei alten Menschen ist die Index-Zahl oft falsch. Durch die Schrumpfung der Wirbelsäule im Alter kann die Körpergröße bei alten Menschen nicht mehr genau festgestellt werden.
An diesem Punkt setzt jetzt die neue Methode von Suraiya Ismail und ihren Kollegen an. Sie überprüften bei Angehörigen verschiedener ethnischer Gruppen in Äthiopien (insgesamt 1716 Personen), den Umstand, dass die Strecke zwischen den Fingerspitzen beider ausgestreckter Arme in etwa gleich der Körpergröße ist. Es zeigte sich, dass es zwar zwischen den Ethnien und auch zwischen den Geschlechtern Unterschiede in der Beziehung zwischen Körpergröße und Armspanne gibt, dass es aber innerhalb einer ethnischen Gruppe eine hohe Korrelation zwischen Armspanne und Körpergröße gibt. Man könnte also bei jungen Menschen einer ethnischen Gruppe die Standardmaße nehmen, und auf dieser Grundlage das Normal- und das Untergewicht bestimmen. Darauf aufbauend könnte dann auch die eigentliche Körpergröße eines älteren Menschen berechnet werden.
Wenn sich Unterernährung präziser bestimmen ließe, so meinen Forscher, dann könnten Gelder und Hilfsgüter gezielter eingesetzt werden.
Doris Marszk





