Ein künstlicher genetischer Fingerabdruck könnte in Zukunft zur eindeutigen Kennzeichnung unbelebter Objekte dienen und bei der Wiederbeschaffung gestohlener Gegenstände hilfreich sein. Das berichtet der Online-Dienst “The Alchemist”.
Der britische Chemiker Jonathan Cox von der Universität Bath hat einen unsichtbaren Strichcode aus DNA-Molekülen entwickelt. DNA-Moleküle enthalten den genetischen Code von Lebewesen und helfen der Polizei mittels des sogenannten genetischen Fingerabdrucks schon heute beim Auffinden von Tatverdächtigen.
Cox interessiert sich jedoch für die eindeutige Kennzeichnung von unbelebten Objekten. Er mischt aus DNA-Bruchstücken eine neue unverwechselbare DNA-Mixtur zusammen. Diese wird dann auf Gegenstände oder Dokumente aufgebracht, die dadurch eine eindeutige Signatur erhalten. “Beim gegenwärtigen Stand erlaubt das genetische Strichcodeverfahren über eine Million verschiedene Etikettierungen”, sagt Cox. In Zukunft hält er bis zu eine Billion verschiedene Codierungen für möglich.
Zur Enthüllung des unsichtbaren Codes wird das DNA-Material zunächst mit einem Lösungsmittel von dem signierten Gegenstand abgelöst und dann vervielfältigt. In einem Elektrophorese-Verfahren wird die DNA anschließend in Fragmente aufgespalten, die in einem elektrischen Feld unterschiedlich weit wandern, was dann tatsächlich einem Strichcode ähnelt.
Einen ersten Zuverlässigkeitstest hat Cox mit einem DNA-codierten Brief durchgeführt. “Mal abgesehen davon, dass der Brief die Unbilden des britischen Postsystems überstanden hat”, sagt Cox augenzwinkernd, “bleibt die DNA-Mixtur auf Papier für mindestens sechs Monate haltbar.”
Axel Tillemans





