Bodenflora – Pflanzen im Erdreich?
Alle Lebewesen der Bodenflora sind maßgeblich an Prozessen der Zersetzung, Mineralisation und Humifizierung beteiligt. Die Bodenfestsubstanz besteht vorwiegend aus Humus. Edaphon, Pflanzen und Wurzeln machen nur etwa 15 – 20 Prozent der Erdsubstanz aus.
Auch Bakterien werden in der Bodenkunde häufig zur Bodenflora gerechnet. Nicht nur bei ihnen, die doch ganz eindeutig im biologischen Sinne kein Bestandteil der Flora sind, ist die Bezeichnung Bodenflora problematisch. Denn bei allen aufgeführten Gruppen handelt es sich biologisch-systematisch zwar um nicht-tierische, aber zum teilweise eben auch um nicht-pflanzliche Organismen.
Vor allem die Pilze (Fungi) stechen hervor. Sie faszinieren Laien, wie Berufsbiologen seit jeher und bilden neben den Tieren (Animalia) und den Pflanzen (Plantae) das dritte große Reich sogenannter eukaryotischer Lebewesen.
Sonderfall Pilze
Obwohl Pilze zur Mikroflora gezählt und von vielen Laien fälschlicherweise zu den Pflanzen gezählt werden, sind Pilze den Tieren ähnlicher als den Pflanzen. Doch betrachtet man sie sich einmal genauer, fällt schnell auf, dass sie den Pflanzen auch optisch eigentlich gar nicht ähneln.
Denn man findet nichts Grünes an ihnen. Weder irgendwelche grasartig aussehenden Dinge, noch Blätter oder gar Nadeln. Das liegt daran, dass Pilze einen vollkommen anderen Stoffwechsel haben, als Pflanzen. Pflanzen treiben mit ihren grünen Blättern bekanntlich Photosynthese. Das Chlorophyll ermöglicht es ihnen, Sonnenlicht in Energie umzuwandeln. Damit bauen sie sich auch aus dem Kohlendioxid in der Luft ihre Biomasse auf. Allein mit Sonnenlicht, Luft und ein wenig Wasser können Pflanzen überleben.
Pilze sind da anders. Wie Tiere und Menschen müssen auch Pilze „schmarotzen“, also dadurch Energie gewinnen, dass sie bereits vorhandene Biomasse chemisch abbauen und verstoffwechseln.
Das gelingt ihnen einerseits durch abgestorbene Pflanzenreste, die die Pilze sich aus dem Boden holen. Pilze gehen häufig aber auch Symbiosen – also eine Art Partnerschaft – mit Pflanzen ein, indem sie sich fest an sie hängen. Dazu später mehr.
Ein Pilz jedenfalls ist keine Pflanze. Er ist aber auch kein Tier, denn er bewegt sich weder von seinem festen Platz im Boden, noch verfügt er über Zellen, die Tieren ähnlich sind. Hier wirkt er wieder eher wie etwas Pflanzliches. Denn zusätzlich zur Zellmembran hat er auch noch eine feste Zellwand. Auch vermehren sich Pilze völlig anders als Tiere.





