Das Geschlecht des Kindes hat offenbar starken Einfluss auf den Appetit einer werdenden Mutter: Schwangere, die einen Jungen erwarten, haben eine um etwa zehn Prozent höhere Energieaufnahme als Frauen, die mit einem Mädchen schwanger sind. Das berichten amerikanische Mediziner in der Fachzeitschrift “British Medical Journal” (Bd. 326, S. 1245).
Die Forscher um Rulla Tamimi und Dimitrios Trichopoulos von der Harvard-Universität in Boston untersuchten die Essgewohnheiten von beinahe 250 Schwangeren. Frauen, die einen männlichen Embryo trugen, nahmen 8 Prozent mehr Proteine, 9 Prozent mehr Kohlenhydrate, 11 Prozent mehr tierische Fette und 15 Prozent mehr pflanzliche Fette zu sich als Frauen, die ein Mädchen erwarteten.
Das männliche Ungeborene könnte bestimmte Hormone abgeben, welche die höhere Energieaufnahme bewirken, vermuten die Wissenschaftler. Doch auch andere Ursachen, die weiterer Untersuchungen bedürfen, halten sie für möglich. Die Ergebnisse stützen die Theorie, dass Schwangere, die in Erwartung eines Jungens sind, mehr Energie benötigen. Männliche Embryonen könnten daher auch anfälliger gegen eine zu geringe Nährstoffzufuhr sein, sagen die Autoren.
Cornelia Pfaff





