Es gibt Menschen, die eines Tages nicht mehr wissen, wer sie sind. Sie stranden irgendwo – und landen früher oder später beim Amnesie-Experten Hans Markowitsch.
ES SIND SZENEN wie aus einem Film. Nur sind sie wahr. Und irgendwie unglaublich. Detailliert beschrieben hat sie der Autor Kuno Kruse in seinem Buch „Der Mann, der sein Gedächtnis verlor”. Der Mann heißt Jonathan.
Es ist der 12. April 2005, gegen 9 Uhr. Der Mann wird an seinem Wohnort Berlin von seinen Nachbarn gesehen. Gegen 14 Uhr: Der Mann wacht auf und sitzt einsam auf einer Parkbank in einer Stadt, die er nicht kennt. Er schaut sich um und fragt sich: Wer bin ich? Wie bin ich hierher gekommen? Wo will ich hin? Er geht in ein Café, bestellt Kaffee und Zigaretten, will zahlen. Er greift in seine Tasche und findet seltsame Geldscheine, die die Kellnerin problemlos akzeptiert. Bin ich in Deutschland?
Er spaziert durch die Gegend. Viele Autokennzeichen beginnen mit HH. Bin ich in Hamburg? Lebe ich etwa in Hamburg? Seit wann? Er geht in eine Kirche. Ruhe! Nun stürmen die Fragen in sein Gehirn. Kruse beschreibt es so: „Wie alt, welcher Beruf, eine Frau, Kinder, Eltern, Freunde – oder vielleicht Feinde? Hat er Feinde? Irgendjemand hat ihm eine Droge verabreicht. Vielleicht in einem Getränk. Aber wer? Wo? Keine Antworten in seinem Kopf. Nirgendwo. Angst kriecht in ihm hoch. Wer macht so was? Warum?”
Der Mann kramt in seinen Taschen und findet einen Wochenplaner. Unter Dienstag steht: „V.a.S. 19.00, Parkallee”. Ist das seine Schrift? Unter Freitag: „18.30 Flughafen”. Welcher Flughafen? Was soll das alles? Ein Ausweis, fällt ihm ein, könnte ihm helfen. Aber Jonathan findet keinen Ausweis. Auch keinen Führerschein. Nur eine Landkarte von Italien, Briefmarken, einige Schweizer Franken. Und ein paar Zettel: „Konto in Zürich auflösen” , „Anwalt in Frankfurt bezahlen”. Welcher Anwalt? „Silvia Ankunft 22.11 Uhr”. Wer ist Silvia? In den Schaufenstern spiegelt sich sein Körper. Er ist es! Aber wer ist „er”? „Ich glaube, Sie suchen etwas”, sagt eine Dame zu ihm. Sieht er so verwirrt aus, dass ihn schon fremde Leute ansprechen? „Ich suche mich selbst”, antwortet Jonathan. Sie lacht, hakt ihn unter und bringt ihn zur Bahnhofsmission.
DIE FLUCHT INS VERGESSEN
Jonathan Overfeld hat zwei Leben, das vor dem 12. April 2005, 9 Uhr – und das nach dem 12. April 2005, 14 Uhr.
Fälle wie den von Jonathan kennt Hans Markowitsch bestens. „ Früher hat man Leute wie Jonathan als Wanderlustige bezeichnet”, sagt der Professor für Physiologische Psychologie an der Universität Bielefeld. „Fugue” lautet der aus dem Französischen stammende Fachbegriff. Fugue für Flucht – Flucht ins Vergessen, über Hunderte, zuweilen Tausende Kilometer. „Leute wie Jonathan haben ausschließlich ihr autobiografisches Gedächtnis verloren”, sagt Markowitsch, also jenes Gedächtnissystem, in dem wir alles abspeichern, was zu unserem persönlichen Werdegang gehört (siehe Grafik „Das Langzeitgedächtnis – 5 Systeme”). Die anderen Gedächtnissysteme sind weitgehend intakt. Jonathan wusste noch immer, was Farben sind. Was ein Frühling ist. Wofür der Bundeskanzler gut ist. Und so weiter.
Markowitsch zählt zu den renommiertesten Experten in Sachen plötzlicher Gedächtnisverlust. Seit 30 Jahren beschäftigt er sich wissenschaftlich mit Erinnerung, wobei ihn der „humane Aspekt”, wie er sagt, „immer interessiert hat”. Markowitsch spricht sehr ruhig. Und er ist sichtbar stolz, wenn er seinen Besuchern aus seinem Computer eine schier endlose Fülle an Daten zum Thema präsentieren kann. Patienten wie Jonathan Overfeld und deren tragische Biografien bringen ihn nicht aus der Fassung.
Ihre Amnesien beruhen „allein auf psychischen Ursachen”, sagt er, und genau das, diese rätselhafte Ursache, diese rätselhaften Prozesse im Gehirn reizen den Psychologen. Etwa 50 solcher Fälle hat er in den vergangenen 15 Jahren untersucht, beschrieben und erforscht. Menschen, die entweder urplötzlich keine neuen autobiografischen Erlebnisse abspeichern und somit unter „ anterograder Amnesie” leiden. Oder eben Menschen, bei denen plötzlich Teile ihres persönlichen Lebens ausgelöscht sind, oder, wie bei Jonathan Overfeld, ihre gesamte bisherige Biografie. Die nicht mehr wissen, wann sie traurig waren und wann glücklich.
Die Patienten sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Aber sie haben auch einiges gemeinsam: Ihre Geschichten sind spektakulär und werden vom Boulevard gerne ausgeschlachtet. Was ihnen passiert ist, bleibt rätselhaft, das wissenschaftliche Geheimnis lüftet sich nach jahrzehntelanger Forschung erst allmählich. Und jedes einzelne dieser Schicksale macht deutlich, wie sehr unsere persönlichen Erinnerungen mit unserer aktuellen Identität, unserem Selbst, verwoben sind.
Für Markowitsch ist das „episodisch-autobiografische Gedächtnis” (EAG), wie er es bezeichnet, „voller Prozesse, die auf sich selbst bezogen sind, lebhaft und voller Emotionen”. Um sich zu erinnern, „baut man diese Gedächtnisinhalte mit einem Schuss Gefühl bewusst zusammen, eingebettet in Zeit und Raum und in Relation zu anderen Menschen”. Das EAG unterscheidet sich damit substanziell von den anderen Gedächtnissystemen.
VERkrüppelte FINGER – WARUM?
Auch organische Ursachen wie ein Tumor oder ein Schlaganfall lassen die persönliche Erinnerung mitunter kollabieren. Leute wie Jonathan werden deshalb zuerst körperlich untersucht. Jonathans Befund: komplett negativ, alles normal für einen Menschen seines Alters. Aber: Beide kleine Finger sind verkrüppelt. Tage nach dem Beginn des Blackouts, in einer psychiatrischen Klinik, quälen ihn schwarze Gedanken: Hat er jemanden ausgeraubt, gar ermordet? Hat er nicht! Kurze Zeit später wird über eine Zeitungsannonce seine Identität ermittelt: Heinz-Jürgen Overfeld aus Berlin, den seine Bekannten „Jonathan” nennen. Seine langjährige Freundin hat ihn identifiziert. Er hat kein Bild von ihr vor Augen.
Markowitsch untersucht seine Patienten mit einer ganzen Test-Serie. So auch Jonathan Overfeld, als der wenige Wochen nach Beginn der Amnesie Rat bei ihm sucht – auf Vermittlung des Autors Kuno Kruse, der in Overfelds Geschichte den Stoff für eine spannende Recherche entdeckt hatte. Da ist zunächst die Frage, ob die Betroffenen simulieren. „Das können wir mit speziellen Frageverfahren fast immer verlässlich herausfinden”, erklärt der Psychologe. Dann kreist der Wissenschaftler die genauen Umstände ein, als die Amnesie begann. Und er vergleicht die Merkmale der verschiedenen Patienten. Die vielen Jahre Forschung haben ihn sicher gemacht: „Funktionelle Amnesien manifestieren sich vor einem Hintergrund körperlicher und emotionaler, stressbedingter Bedingungen.”
Es geht um mehr als eine bloße Störung des Abrufs der Erinnerung. Patienten mit retrograder Amnesie verlieren nicht nur ihr autobiografisches Gedächtnis. „Gestört ist auch die Verarbeitung von Gefühlen und sozialen Informationen und somit das Sozialleben”, betont der Bielefelder. Die retrograden Amnestiker erkennen Angehörige und Freunde nicht wieder. Ein 13-jähriges Mädchen musste eine Psychotherapie beginnen, weil ihr Vater sie nicht mehr als sein Kind anerkannte. Und eine Frau mit einer Amnesie der vergangenen 14 Jahre identifizierte nur noch die älteste ihrer drei Töchter.
Manche Patienten haben zuweilen Probleme, sich in ihre Mitmenschen zu versetzen, deren Gefühle oder Absichten zu erahnen. Ihnen fällt es schwer, zwischen Selbst und Nicht-Selbst zu unterscheiden. Einem Patienten beispielsweise gelang es nicht, sein Spiegelbild im Schaufenster zu identifizieren. Sein Gesicht erschien ihm einfach nicht vertraut. Der Verlust persönlicher Identität geht einher mit verminderter Selbst-Reflexion. „Die Leute sind meist nicht wirklich um ihren Zustand besorgt”, erklärt Markowitsch. Ihrer Situation gegenüber sind sie gleichgültig – ein Umstand, der in der Literatur, etwas geschönt, als „la belle indifférence” firmiert. „Die sind gleichmäßig in ihrer Stimmung”, beschreibt es Markowitsch, „nie himmelhochjauchzend, nie zu Tode betrübt, immer leicht depressiv bis normal.” Einigen fällt es schwer, sich zukünftige persönliche Erlebnisse auszumalen, Pläne zu schmieden. Was untermauert, dass das episodisch-autobiografische Gedächtnis für „flexible mentale Zeitreisen” in jede Richtung nötig ist, wie es der Gedächtnisforscher Endel Tulving aus Toronto ausgedrückt hat.
ERLEBNISSE mIT EMOTION
Schon einer der Pioniere der Psychologie, der Franzose Jean-Martin Charcot, vermutete Ende des 19. Jahrhunderts „ dynamische Mechanismen im Gehirn” hinter solchen Fällen. Derlei Annahmen wurden durch Ergebnisse der modernen Hirnforschung bestätigt. Dass beim Abrufen von Erinnerungen mehrere Komponenten zusammenkommen, zeigt sich, wenn man gesunde Probanden in einen Hirnscanner legt. Am Erinnern beteiligt sind verschiedene Hirnregionen in der Großhirnrinde und im limbischen System, in dem Emotionen verarbeitet werden – genau dort, wo Erlebnisse mit Gefühlen eingefärbt und dann ins Langzeitgedächtnis befördert werden. Hier leuchten auf den bunten Bildern, die die Forscher mit ihren Scannern und Rechnern produzieren, vor allem der Hippocampus und die Amygdala auf – und das alles verstärkt in der rechten Hirnhälfte. Es sind Hirnareale beteiligt, die mit Identität in Verbindung stehen, mit Selbstwertgefühl, Selbstkontrolle und sozialem Feedback. Der Abruf episodisch-autobiografischer Erinnerungen ist, wie es der passionierte Hirnforscher ausdrückt, „eine Erfahrung des gesamten Gehirns”.
EIN SCHADHAFTER FASERSTRANG
Markowitsch und Kollegen aus Köln haben jahrelang immer wieder die Gehirne ihrer Amnesie-Patienten mit der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) oder der funktionellen Magnetresonanztomografie durchleuchtet. Und sie haben gravierende Unterschiede im Vergleich zu gesunden Probanden ermittelt. Meist sind „genau jene Hirnregionen deaktiviert, die für eine erfolgreiche Erinnerung autobiografischer Inhalte gebraucht werden”, sagt der Psychologe.
Gleichzeitig fand ein Team um Eve Tramoni von der Universität Marseille einen weiteren wichtigen Hinweis: Es machte mit einem speziellen Verfahren die sogenannte weiße Masse im Gehirn eines Amnesie-Patienten erstmals sichtbar – was Markowitsch jetzt mit Kollegen der Universität Heidelberg wiederholt hat. In der weißen Masse bündeln sich die Faserstränge der Nervenzellen. Tatsächlich „sind Teile eines Faserstrangs in der vorderen rechten Hirnhälfte geschädigt”, resümiert der Bielefelder die ersten Ergebnisse. Infolgedessen können die für den Abruf der Erinnerungen nötigen Hirnregionen nicht mehr richtig miteinander kommunizieren. „Da werden nur noch mangelhaft Botschaften hin und her gesendet”, spekuliert Markowitsch.
Jonathan Overfeld findet die Ergebnisse aus der Hirnforschung spannend. Nachdem er sich einigermaßen vom ersten Schock der Amnesie erholt hatte, drängte es ihn, die eigene Vergangenheit zu suchen. Das Verschüttete auf sich beruhen zu lassen, kam nicht infrage. „Man muss sich damit auseinandersetzen”, sagt er, „sonst wird man mit der Situation nicht fertig.” Ohne recht zu wissen, warum, setzte er sich an einen Flügel – und spielte aus dem Nichts Bachs „Ave Maria”. Plötzlich tauchten erste Inseln im Meer der verlorenen Erinnerung auf – Szenen aus seiner Kindheit und Jugend, eine nach der anderen. „Das füllte sich dann allmählich zu einem Film”, sagt er. Außerdem erzählten ihm Freunde und Bekannte, was sie über sein Leben wussten.
Jedes Mal, wenn das Klavier etwas scheinbar Substanzielles in seinem autobiografischen Gedächtnis geweckt hatte, ging er mit Kuno Kruse auf Reisen zu den Schauplätzen seiner Kindheit. Eine bittere Kindheit – die eigentliche Ursache für die Amnesie Jahrzehnte später. Es stellte sich heraus: Der kleine Heinz-Jürgen war ein Adoptivkind und wurde von seinen Pflegeeltern jahrelang gepeinigt. Zum Klavierspielen gezwungen, schlug er auf seine kleinen Finger ein, die seitdem nicht mehr gerade zu biegen sind. In ein katholisches Heim gesteckt, wurde er immer wieder von einem Priester vergewaltigt, geschlagen, gequält. Dass sich seine frühen Jahre als dermaßen übel entpuppt haben, „hätte ich nicht gebraucht”, sagt er auch nach all den Jahren noch mit Entsetzen. „Schlimm, schlimm, schlimm.”
EXTREM EMFPINDLICH für STRESS
„Typisch”, erklärt Markowitsch. „Alle retrograden Amnestiker haben eine negativ besetzte Kindheit – bis hin zum Missbrauch.” Dann spricht der Forscher von Stress, einer „dünnen Haut” der Menschen und darüber, wie frühe traumatische Situationen auf der Hirnebene eine „Wunde” erzeugen, eine Veränderung der Biochemie im Gehirn. Wenn die Betroffenen im Laufe ihres Lebens nicht lernen, mit dem Erlebten umzugehen, „kann es später bei einer erneuten Stressreaktion zu einer Reaktivierung kommen, die nicht mehr emotional-kognitiv verarbeitet werden kann”.
Bestimme Hirnregionen, die am Abruf persönlicher Erlebnisse beteiligt sind, reagieren extrem empfindlich auf die freigesetzten Stresshormone – zumal Amygdala und Hippocampus besonders viele molekulare Rezeptoren für Stresshormone besitzen. Im Scanner lässt sich messen, wie die Hirnareale während der lang anhaltenden Stressflut schrumpfen. Folge: Die für den Abruf nötige Synchronisation verschiedener Hirnareale für kognitive und emotionale Anteile der persönlichen Erinnerung bleibt aus – das Gedächtnis ist blockiert, erklärt Markowitsch.
Verschiedene Faktoren – Gene, Persönlichkeitsmerkmale, Lebensweg – begünstigen die Entwicklung einer Amnesie. Warum es zuweilen Jahrzehnte dauert, bis die Blockade plötzlich einsetzt, warum dann scheinbar kleine Erschütterungen wie harmlose Stürze oder ein banales negatives Alltagserlebnis der Amnesie die Bahn brechen, kann auch der Experte nicht schlüssig erklären. Aber „ viele Befunde aus den Neurowissenschaften stützen inzwischen unsere Theorie”, versichert Markowitsch.
Trotz ihrer Blockade persönlicher Erinnerungen und den damit verbundenen Defiziten behalten die Patienten ein Minimum an Identität, ist der Biopsychologe überzeugt. Dieses Minimum an Selbst gründet sich unter anderem auf ihr erhaltenes semantisches Gedächtnis (siehe Grafik „Das Langzeitgedächtnis – 5 Systeme”) und ihre erhaltenen Gewohnheiten und Werte. „Ich bin noch derselbe wie vor der Amnesie”, bekräftigt Jonathan Overfeld fast trotzig. „Alle Freunde und Bekannte sagen das.”
EIN HALBWEGS NORMALES LEBEN
Und seine Identität? „Identität?”, sagt er verwundert, fast ein wenig genervt. „Ich weiß nicht, was das ist, Identität.” Obwohl vieles aus seinen ersten 20 Lebensjahren inzwischen ins Licht der Erinnerung zurückgekehrt ist, steht Jonathan emotional ratlos vor seiner Lebensgeschichte. Als ob nicht er seinen Werdegang erlebt hätte, sondern jemand anderes. „Amnesie”, sagt der Berliner, „fühlt sich nicht an. Da ist nichts. Du bist einfach da.”
Auf der anderen Seite, fügt er fast dankbar hinzu, „ist das auch das Schöne daran: diese Gefühllosigkeit. Sonst würde ich an meiner Kindheit kaputt gehen.” Ein paar Jahre lang engagierte sich Jonathan in einem Verein für missbrauchte Heimkinder. Bis er im Sommer 2012 merkte, „dass mich das auf die Dauer runterzieht”. Jetzt will Jonathan „ein halbwegs normales Leben” führen, sagt er.
Was er sich dafür wünscht? „Dass wenigstens einmal, nur einmal, etwas Positives aus meinem Leben in mein Gedächtnis zurückkehrt.” ■
KLAUS WILHELM erinnert sich gut an sein erstes Interview mit Hans Markowitsch vor zwölf Jahren und dessen stoisch-ruhige Art.
von Klaus Wilhelm
Das Langzeitgedächtnis – 5 Systeme
Nach einem Konzept des kanadischen Psychologen Endel Tulving beherbergt unser Gehirn mehrere unabhängige dauerhafte Erinnerungssysteme. Heute unterscheidet man fünf. 1. Im prozeduralen Gedächtnis werden Bewegungsabläufe gespeichert. Dies geschieht unbewusst. 2. Priming („Bahnung”) bedeutet, dass bereits Gesehenes unbewusst schneller wiedererkannt wird. Bewusste Erinnerungen speichern die Systeme 3 bis 5: Das perzeptuelle Gedächtnis erkennt nicht nur gleiche, sondern auch ähnliche Gegenstände wieder. Reine Fakten ohne Kontext werden im Wissenssystem aufbewahrt. Das episodisch-autobiografische Gedächtnis speichert bewusst erlebte Momente des eigenen Lebens.
Kompakt
· Warum autobiografische Erinnerungen schlagartig verloren gehen können, ist noch weitgehend rätselhaft.
· Nach dem Psychologen Hans Markowitsch stehen dahinter stets Kindheits-Traumata.
· Bei besonders stressempfindlichen Menschen genügt ein geringer Anlass im späteren Leben, um eine komplette Amnesie auszulösen.
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Website von Heinz-Jürgen („Jonathan”) Overfeld, der sein Gedächtnis verlor: heinz-juergen-overfeld.com





