Von Hermann Hirsch
Der Fuchs hat es oft nicht leicht. Er wird stark bejagt, seine Lebensräume und Nahrungsangebote verknappen sich häufig, Krankheiten setzen ihm zu und auch im Volksmund ist er nicht gerade beliebt. Aber in Wahrheit ist der Fuchs ein sehr schlaues, schönes und zu unrecht so häufig gehasstes Tier!
Im Frühjahr 2011 fing ich an, Fuchsbauten in meiner direkten Wohnumgebung in Dortmund zu suchen, um ein Fotoprojekt zu starten, das mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte. Einen schönen Fuchsbau zu finden, der im Optimalfall möglichst ungestört liegt und abends noch etwas Sonne abbekommt, ist eine nicht ganz leichte Aufgabe, da in einer Stadt wie Dortmund jede noch so kleine Grünfläche von häufig leider sehr rücksichtslosen Hundebesitzern frequentiert und somit für Füchse beinahe unbewohnbar wird.
Plötzlich kamen die Racker aus der Höhle
Ich verließ schweren Herzens Deutschland und „meine” Füchse, um im Norden Küstenseeschwalben zu fotografieren. Als ich wieder zurück kam, war selbstverständlich meine erste Tat, die Füchse besuchen zu gehen. Zu meiner Enttäuschung konnte ich keine Füchse entdecken – sie waren ausgezogen und selbständig geworden. Von den Erlebnissen aus 2011 angespornt, machte ich mich im Frühjahr 2012 noch früher als im vergangenen Jahr auf die Suche nach den kleinen roten Vierbeinern.
Am selben Bau wie im Jahr zuvor schienen sie nicht zu sein, doch am Nachbarbau, der keine 100 Meter neben dem alten lag, tat sich etwas. Mit der Wildkamera observierte ich über Wochen das Verhalten der Fähe, die den Bau regelmäßig besuchte und auch das eine oder andere Junge konnte ich nachweisen. Leider kamen die Jungen so gut wie gar nicht im Tageslicht an die frische Luft, was das Fotografieren für mich unmöglich machte.
Es verging Woche für Woche und die Füchse wuchsen heran, ich blieb jedoch ohne brauchbare Fotos! Bei meinem 67. Besuch des Baus sah ich endlich, worauf ich so lange gewartet hatte: Drei junge Füchse spielten vor dem schönsten der vier Eingänge des Baus drei Stunden lang vor dem Sonnenuntergang.
Direkt am nächsten Tag saß ich mit voller Kameraausrüstung bereit. Die Kleinen kamen nicht. Es dämmerte … nichts! Als ich gerade einpacken wollte, kamen zwei der Racker raus, schnupperten kurz, lieferten sich eine kleine Rangelei und waren schon wieder verschwunden. Es sollten die einzigen schönen Momente sein, die ich 2012 zusammen mit Füchsen verbringen durfte.






