Ein Ulmer Forscher möchte die Zähne mit Hilfe von Laserstrahlen besser vor Karies schützen. Mit der Technik werde “der Zahnschmelz chemisch perfekter und weniger säureanfällig”, sagte Prof. Raimund Hibst am Donnerstag in München am Rande der 13. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Lasermedizin. Mit Lasern lasse sich auch schmerzfrei bohren.
Das vielversprechende Verfahren zur Karies-Resistenz beruhe auf der Erkenntnis, dass der Zahnschmelz weitgehend aus Calciumphosphaten bestehe, aber sozusagen als Verunreinigung auch Karbonate (Kohlenstoffverbindungen) enthalte, erläuterte der Experte vom Dentaltechnologiezentrum der Universität Ulm. Bei einer Oberflächenbehandlung mit Laser, bei der die Außenschicht nur Bruchteile eines Millimeters tief auf rund 500 Grad erhitzt werde, ließen sich diese Karbonate beseitigen. Die Zähne böten dann kaum noch Angriffsflächen für die Karies auslösende Milchsäure.
Ausgangspunkt für die Ulmer Forscher war nach den Worten von Hibst “der Ärger, dass Zähne in der Regel nicht so lange halten wie Leber oder Herz”. Für die weitere Erforschung der Karies-Resistenz durch Laser hat das Ulmer Institut beim Bundesforschungsministerium Fördermittel für ein fünfjähriges Projekt beantragt. “Unsere Vision ist, dass eines Tages der Schulzahnarzt durchs Land fährt und die Zähne der Schüler mit Laser resistent macht”, sagte Hibst. Allerdings bleibe abzuwarten, wie viel sich davon verwirklichen lasse.
Schmerzfrei bohren in den Zähnen könne man mit Laser deswegen, weil ein kalter Laser bestimmter Intensität die Zähne weniger erhitze als ein herkömmlicher Bohrer, sagte Hibst. Im Gegensatz zum herkömmlichen Bohrer quäle der Laser die Zahnnerven auch nicht mit Vibrationen oder Stößen.
Bei Wurzelbehandlungen lasse sich der Wurzelkanal vor der Wiederverfüllung sehr gut mit Laser sterilisieren. Dazu werde die Energie des Laserlichts genutzt, das mit einer dünnen, nur 0,2 Millimeter dicken Glasfaser in den Wurzelkanal geleitet werde. In die kleinen Nebenkanäle komme das Licht wesentlich besser als die bisher üblichen sterilisierenden Chemikalien. Mit Laser ließen sich bei Parodontose auch sehr gut die Ablagerungen an den Zähnen in den so genannten Zahntaschen beseitigen.
dpa





