Sie wurden fix von kleinen zu großen Räubern: Überraschenderweise wuchsen manche der frühen Vertreter der Landwirbeltiere offenbar ausgesprochen schnell heran. Dies geht aus der Untersuchung der Knochenstrukturen eines urtümlichen Tetrapoden hervor, der vor rund 330 Millionen Jahren auf Beutefang ging. Der Befund stellt damit bisherige Annahmen über die Merkmale unserer entfernten Vorfahren infrage, sagen die Paläontologen.
Wie wuchsen die frühen Landwirbeltiere?
Diese bis zu etwa zwei Meter langen Raubtiere lebten dort vor etwa 331 bis 326 Millionen Jahren im Bereich eines Sees. “Whatcheeria würde uns heute wohl wie ein großer Salamander mit Krokodil-Merkmalen erscheinen – mit einem schmalen Kopf und vielen Zähnen”, sagt Co-Autor Ben Otoo von der University of Chicago. Die Tiere besaßen außerdem robuste Gliedmaßen, die ihr Gewicht an Land tragen konnten, sie wiesen aber auch noch anatomische Merkmale auf, die auf ein Leben im und am Wasser schließen lassen. Wie die Forscher erklären, handelte es sich um einen sogenannten Stamm-Tetrapoden – einen Vertreter der Gruppe, auf die sich die Entwicklungsgeschichte der heute lebenden Landtiere zurückverfolgen lässt. “Whatcheeria ist einer der am besten vertretenen frühen Tetrapoden im Fossilbericht, und die Fülle des Materials erlaubt es uns, Fragen über seine Biologie zu stellen, die für fast alle seine Zeitgenossen unmöglich sind”, sagt Co-Autor Ken Angielczyk vom Field Museum in Chicago. In der aktuellen Studie sind die Forscher nun der Frage nachgegangen, inwieweit sich Spuren der Wachstumsprozesse bei diesen Tieren in den fossilen Knochen nachweisen lassen.
Grundsätzlich ging man bisher davon aus, dass die frühen Tetrapoden ähnlich wie heutige urtümlich wirkende Vertreter der Wirbeltiere langsam wuchsen und kontinuierlich immer größer wurden. Bei den modernen Tetrapoden werden Jungtiere hingegen meist vergleichsweise schnell groß und hören dann beim Erreichen des adulten Niveaus auf, zu wachsen. Um zu sehen, wie sich Whatcheeria entwickelte, nahmen die Forscher Oberschenkelknochen von Individuen ins Visier, die vom Jungtier bis zur bekannten Maximalgröße reichten. Sie fertigten dazu dünne Knochenscheiben an und untersuchten diese transparenten Strukturen unter dem Mikroskop. Wenn ein Tier wächst, bildet es in jeder Wachstumsperiode neue Knochenschichten, erklärt Otoo. “Indem man untersucht, wie dick die Wachstumsringe im Laufe des Lebens eines Tieres sind, kann man herausfinden, wie das Tier während seines gesamten Lebens gewachsen ist“, so der Paläontologe.
Whatcheeria wurde schnell erwachsen






