Drei unbekannte Arten
Um herauszufinden, welche Arten von Steinpilzen in den typischen Trockenpilzpäckchen im Supermarkt enthalten sind, nahmen die Forscher eine Stichprobe. Sie kauften ein Päckchen getrockneter Steinpilze in einem Laden in London und entnahmen daraus wahllos 15 Pilzstückchen. Diese unterzogen sie einer DNA-Analyse und verglichen die Sequenzen mit denen der bekannten Steinpilzarten. Das Ergebnis: In dem Päckchen fanden sich gleich drei zuvor unbekannte Steinpilzarten, die auch in China keine eigene Bezeichnung hatten. Diese seien aber genauso essbar wie die bekannten Arten, betonen die Forscher. Unter den Steinpilzen sind bisher keine giftigen Arten bekannt, es gibt aber sehr wohl einige Arten, die Allergien hervorrufen können – umso wichtiger sei es daher zu wissen, welche Arten tatsächlich im Handel sind.
“Unsere Ergebnisse demonstrieren, wie allgegenwärtig die verborgene Vielfalt der Pilze ist: Sie findet sich buchstäblich direkt unter unseren Nasen”, sagt Dentinger. Das kleine Experiment zeige sehr deutlich, dass sich unbekannte Pilzarten nicht nur in entlegenen Waldgebieten finden, sondern auch dort, wo wir sie nicht erwarten: im Supermarkt und auf unseren Tellern. Diese Pilzarten zu identifizieren ist nach Ansicht der Forscher nicht nur wichtig, um negative Folgen für die Gesundheit auszuschließen. Dabei könnten auch neue Arten entdeckt werden, die sich als nützlich beispielsweise für die Medizin oder die Ökologie erweisen. Die neuen Methoden der DNA-Analyse könnte es künftig ermöglichen, solche verborgenen Arten besser aufzuspüren – sowohl im Wald als auch im Supermarkt.





