Mit der Live-Übertragung einer neuartigen Krebs-Operation von Mülheim an der Ruhr nach Prag hat am Donnerstag ein internationaler Radiologen-Kongress in Prag begonnen. Im St.-Marien-Hospital von Mülheim entfernten Ärzte einer an Brustkrebs erkrankten Frau eine Metastase an der Wirbelsäule. Sie nutzen dazu ein neues System aus Computertomographie (CT) und Hitzesonde. “Die Patientin ist wieder schmerzfrei und kann gehen. Das konnte sie vorher nicht”, sagte Rainer Seibel, leitender Radiologe am St. Marien- Hospital, Minuten nach der Operation. Der Prager Kongress dauert bis Samstag.
Ich glaube, es geht mir gut, sagte die Hamburgerin nach dem schonenden Eingriff. Sie wurde in einem Computertomographen (CT) operiert, der dreidimensionale Bilder von der Operationsstelle lieferte. Mit einer Hitzesonde wurde der Tumor unter lokaler Betäubung bei 60 bis 80 Grad zerstört. Anschließend wurde das Knochengewebe über eine Hohlraumnadel mit 3,5 Millimeter Durchmesser durch Zement ersetzt. “Ohne die Entfernung der Wirbelsäulenmetastase hätte der Frau eine Querschnittslähmung gedroht”, betonte Seibel.
“Wir haben bereits früher Tumore an Weichteilen mit Hitze entfernt”, betonte Seibel. Der schonende Eingriff an Knochengewebe sei aber weitgehend neu und schwieriger. In Mülheim an der Ruhr sind inzwischen auch 250 Patienten mit so genannten Narben an der Wirbelsäule, die durch vorangegangene Eingriffe entstanden, zum großen Teil erfolgreich operiert worden. “Das sind Fälle mit chronischen Schmerzen, weil die Narben Nerven strangulieren”, sagte Seibel. Die Narben werden über ein höchstens ein Millimeter dickes Endoskop abgetrennt oder durch Laser verändert, ohne dass ein Schnitt am Wirbelkanal notwendig ist und ohne spätere erneute Narbenbildung. Beobachtet wird der Eingriff über CT.
dpa





