Tübinger Wissenschaftler haben einen Test für die Tierkrankheit Maul- und Klauenseuche entwickelt, der zwischen infizierten und geimpften Tieren unterscheiden kann. Bisherige Tests melden sowohl bei infizierten als auch bei geimpften Tieren ein positives Ergebnis. Viele Staaten verweigern daher den Import von Fleisch geimpfter Tiere, da so ein Einschleppen der Krankheit nicht ausgeschlossen werden kann. Der neue Test könnte künftig die Voraussetzungen dafür schaffen, im Fall eines Ausbruchs der Krankheit Tiere massenhaft zu impfen und Infektionen dennoch überprüfbar zu machen.
Bei den Untersuchungen wird den Tieren eine Blutprobe entnommen und auf Antikörper gegen das Virus untersucht, das die Maul- und Klauenseuche auslöst. Der von den Forschern vom Institut für Immunologie der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen entwickelte Test spricht dabei nur auf die Antikörper an, die das Immunsystem gegen lebende Erreger der Krankheit gebildet hat. Auf Antikörper, wie sie bei einer Impfung mit inaktivierten Viren entstehen, reagiert er hingegen nicht.
Die Wissenschaftler haben den Test bereits an 1.200 geimpften Tieren erprobt , erläutert Armin Saalmüller von der Tübinger Arbeitsgruppe gegenüber ddp. In keinem Fall lieferte er ein positives Ergebnis. Bei allen untersuchten, nachweislich infizierten Tieren hingegen zeigte er die Infektion richtig an. Der Test sei bereits 15 bis 18 Tage nach einer Neuinfektion einsetzbar, da sich dann genügend Antikörper gebildet hätten, so Saalmüller. Wann der neue in Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Bayer entwickelte Test auf den Markt kommen soll, dazu gibt es noch keine genauen Pläne.
ddp/bdw ? Ulrich Dewald





