Wenn die Weltbevölkerung weiter anwächst, wird es zu dramatischen Problemen mit den natürlichen Rohstoffen kommen, was wiederum verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen haben wird – warnt ein neuer Bericht der Johns Hopkins School of Public Health.
“Die meisten entwickelten Ökonomien verbrauchen sehr viel schneller als sie regenerieren lassen können. Die meisten Entwicklungsländer mit einem rapiden Bevölkerungswachstum stehen dem dringenden Erfordernis der Verbesserung des Lebensstandards gegenüber”, heißt es in dem Bericht von Don Hinrichsen und Bryant Robey. “Wasser-Knappheit, Bodenausbeutung, Verlust von Wäldern, Luft- und Wasserverschmutzung betreffen viele Gebiete. Ohne eine auf Erhaltung gerichtete Entwicklung beschwört die Menschheit ein ökologisches Desaster herauf.” Zwar wurde das Wachstum der Weltbevölkerung insgesamt gebremst, dennoch werde die Weltbevölkerung alle 13 Jahre um eine weitere Milliarde angewachsen sein. Trotz der internationalen Bemühungen beim Weltgipfel 1992 in Rio de Janeiro gebe es in nahezu jedem Umweltsektor Grund zur Beunruhigung:
Unreines Wasser, dazu ungenügende sanitäre Anlagen, töten pro Jahr 12 Millionen Menschen. In 64 von 105 Entwicklungsländern ist die Bevölkerung schneller gewachsen als das Nahrungsangebot. Überkultivierung des Bodens, die zum Teil erst auf Druck der Bevölkerung stattfand, hat zwei Milliarden Hektar Ackerland – das entspricht der Größe von Kanada und den USA – unbrauchbar gemacht. In 25 Jahren wird die Menschheit 90 Prozent des zur Verfügung stehenden Süßwassers für sich benötigen und damit nur 10 Prozent für Tiere und Pflanzen übriglassen. Die Nachfrage nach Holzprodukten wird die Grenzen für einen auf Erhaltung gerichteten Konsum um 25 Prozent überschreiten.
Wenn das Bevölkerungswachstum verringert werden könnte, so die Autoren des Berichts, könnte “damit Zeit gekauft werden, um die natürlichen Rohstoffe zu schützen”. Außerdem hätten die Frauen und ihre Familien, die Möglichkeit, einen höheren Lebensstandard zu erlangen. Doch die entwickelten Länder unterstützen die notwendigen Familienplanungsmaßnahmen jährlich nur mit insgesamt vier Milliarden Mark. Das ist nicht einmal die Hälfte der 11 Milliarden Mark, die sie 1994 bei der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung in Kairo zur Verfügung zu stellen versprochen hatten. Dabei sei es ganz entscheidend, ob es gelinge, die Weltbevölkerung bei etwa 9 Milliarden zu stabilisieren, oder ob sie über die 11 Milliarden hinauswachse. “Schon eine Stabilisierung wird eine mächtige Wirkung auf die Lebensstandards und die globale Umweltsituation haben”, sagen die Autoren. (UniSci)
Doris Marszk





