Wenn das eigene Team erfolgreich ist, besingen die Sportfans lautstark den Sieg. Im Tierreich dagegen gibt es nur wenige Spezies – etwa bestimmte Grillen oder Pinguine –, die nach einem Erfolg über einen Rivalen ihren Triumph vokal ausdrücken.
Die Verhaltensforscher Ulmar Grafe und Johannes Bitz von der Universität Würzburg haben jetzt bei Studien an der westafrikanischen Elfenbeinküste entdeckt, dass auch die Boubou-Würger (Lanarius aethiopicus) ausgelassen singen, wenn sie einen Gegner aus ihrem Revier vertrieben haben. Das gesamte Sozialverhalten dieser Vögel ist ungewöhnlich: Sie leben monogam und sowohl Männchen als auch Weibchen singen. Häufig kommen so eigentümliche Duette zustande, bei denen jeder Vogel einen bestimmten Part übernimmt.
Grafe und Bitz stellten fest, dass die Tiere viel lauter und höher sangen, wenn sie aus einem Konflikt mit einem anderen Vogel als Sieger hervorgegangen waren. „Einzigartig ist”, erklärt Grafe, „dass das Vogelpaar den Triumphgesang gemeinsam anstimmt und dass dieses spezielle Duett nur in diesem einen Kontext vorkommt.” Die Jubel-Arien machten auf die Verlierer großen Eindruck: Kurz nach dem Beginn der Gesänge suchten sie das Weite.





