In Europa gibt es über 11 000 nichteinheimische Tiere und Pflanzen. Das ergab eine Untersuchung, die drei Jahre lang über 100 europäische Wissenschaftler durchgeführt haben, auch am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle (bdw 12/2008, „Zu viele Fremdlinge”). Ergebnis: Rund 70 Prozent dieser Arten sind keine Gefahr für die Ökonomie oder die Biodiversität.
Dass fremde Tierarten die heimische Fauna durchaus in Gefahr bringen können, sieht man zur Zeit in Australien. Dort bedroht die giftige Aga-Kröte (Bufo marinus) den Bestand der Süßwasser-Krokodile. Das Toxin der Tiere ist so stark, dass die Echsen verenden, wenn sie eine Kröte gefressen haben. Nach einer Untersuchung des Biologen Keith Christian von der Charles Darwin University in Darwin sind allein im Victoria River innerhalb eines Jahres 77 Prozent der Krokodile nach dem Verschlingen einer Aga-Kröte gestorben. Langfristig hält er das Überleben der Art für gefährdet. Bufo marinus war 1935 aus Südamerika in den Osten Australiens eingeschleppt worden. Die Kröten sollten eine Käferinvasion in den Zuckerrohrplantagen bekämpfen. Inzwischen gibt es mehrere Millionen Exemplare, die sich immer mehr nach Westen ausbreiten. Alle Versuche, die Krötenplage einzudämmen, sind bisher gescheitert.





