Schon im Juni kam es in diesem Jahr in Deutschland zu mehreren “heißen Tagen”. So nennen Meteorologen Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius. Solche Hitzetage gab es im Sommer immer schon. Aber inzwischen treten sie immer früher im Jahr auf. Als heißeste Zeit des Jahres gelten eigentlich erst die Monate Juli und August. Zudem werden solche Hitzeperioden häufiger: Von 1961 bis 1990 lag der Mittelwert noch bei 4,2 heißen Tagen pro Jahr. Zwischen 1991 und 2020 wurden in Deutschland schon durchschnittlich 8,9 Hitzetage pro Sommer verzeichnet. Auch die Durchschnittstemperatur lag 2024 2,2 Grad über der Durchschnittstemperatur von 1961 bis 1990.
In den nächsten Jahrzehnten wird sich der Trend fortsetzen: Heiße Tage und anhaltende Hitzeperioden werden den Klimaprognosen zufolge häufiger. Dafür sorgt der globale Klimawandel. Auch sogenannte Tropennächte mit Nachttemperaturen über 20 Grad Celsius werden in Deutschland immer häufiger.
Die Hitze belastet den Körper
Die hohen Temperaturen belasten die Gesundheit der Menschen, besonders aber ältere Menschen, Schwangere, Kinder und chronisch Kranke. Durch die Hitze und das Schwitzen wird das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt, da der Körper viel Flüssigkeit verliert und die Körpertemperatur mühsam aufrechterhalten muss. Bei fehlender Abkühlung in der Nacht ist die Anstrengung für den Körper noch größer, was zu einer Überlastung führen kann. Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit sind typische Symptome.
Durch Hitze und Sonne bildet sich in der bodennahen Atmosphäre außerdem Ozon, das Augen und Atemwege reizt. So werden Krankheiten und allergische Reaktionen verstärkt. Zudem können sich bestehende Krankheiten, beispielsweise am Herzen, der Lunge oder dem Nervensystem, durch die Hitze verschlimmern. In einigen Fällen können die Temperaturen auch zum Tod führen: Laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind im Jahr 2024 rund 3.000 Menschen in Folge von Hitze gestorben.
Klimaanlagen sind Teil des Problems
Da heiße Tage in Deutschland immer häufiger werden, kaufen sich auch immer mehr Menschen Klimaanlagen. Laut einer Umfrage des Verbraucherportals Verivox hatten 2023 13 Prozent der Befragten eine Klimaanlage, 2024 waren es schon 19 Prozent. Die Klimageräte funktionieren ähnlich wie ein Kühlschrank: Sie entziehen dem Innenraum Wärme, indem ein Kältemittel verdampft. Dieses wird dann in den außerhalb des Raums liegende Teil der Klimaanlage geleitet, kondensiert und gibt die dabei freigesetzte Wärme an die Umwelt ab.
Die Folge: Dichte Wohngebiete heizen sich zwischen den Häusern durch diese Abwärme zusätzlich auf. In der Stadt Phoenix im Südwesten der USA führten Klimaanlagen laut einer Studie nachts zu Temperaturerhöhungen von mehr als einem Grad Celsius. Die Leidtragenden sind dann Menschen ohne Klimaanlage.






