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Tipps für einen kühlen Kopf an Sommertagen
Biologie

Tipps für einen kühlen Kopf an Sommertagen

Die Sommer werden heißer, die Nächte wärmer. Extreme Hitzeperioden sind längst keine Seltenheit mehr. Doch Hitze ist nicht nur unangenehm, sie kann auch gefährlich sein. Wir zeigen, wie Sie sich effektiv und nachhaltig vor der Sommerhitze schützen.
Autor
Carla Moritz
15. Juli 2025
Lesezeit
5 Minuten
Rubrik
Biologie

Schon im Juni kam es in diesem Jahr in Deutschland zu mehreren “heißen Tagen”. So nennen Meteorologen Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius. Solche Hitzetage gab es im Sommer immer schon. Aber inzwischen treten sie immer früher im Jahr auf. Als heißeste Zeit des Jahres gelten eigentlich erst die Monate Juli und August. Zudem werden solche Hitzeperioden häufiger: Von 1961 bis 1990 lag der Mittelwert noch bei 4,2 heißen Tagen pro Jahr. Zwischen 1991 und 2020 wurden in Deutschland schon durchschnittlich 8,9 Hitzetage pro Sommer verzeichnet. Auch die Durchschnittstemperatur lag 2024 2,2 Grad über der Durchschnittstemperatur von 1961 bis 1990.

In den nächsten Jahrzehnten wird sich der Trend fortsetzen: Heiße Tage und anhaltende Hitzeperioden werden den Klimaprognosen zufolge häufiger. Dafür sorgt der globale Klimawandel. Auch sogenannte Tropennächte mit Nachttemperaturen über 20 Grad Celsius werden in Deutschland immer häufiger.

Die Hitze belastet den Körper

Die hohen Temperaturen belasten die Gesundheit der Menschen, besonders aber ältere Menschen, Schwangere, Kinder und chronisch Kranke. Durch die Hitze und das Schwitzen wird das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt, da der Körper viel Flüssigkeit verliert und die Körpertemperatur mühsam aufrechterhalten muss. Bei fehlender Abkühlung in der Nacht ist die Anstrengung für den Körper noch größer, was zu einer Überlastung führen kann. Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit sind typische Symptome.

Durch Hitze und Sonne bildet sich in der bodennahen Atmosphäre außerdem Ozon, das Augen und Atemwege reizt. So werden Krankheiten und allergische Reaktionen verstärkt. Zudem können sich bestehende Krankheiten, beispielsweise am Herzen, der Lunge oder dem Nervensystem, durch die Hitze verschlimmern. In einigen Fällen können die Temperaturen auch zum Tod führen: Laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind im Jahr 2024 rund 3.000 Menschen in Folge von Hitze gestorben.

Klimaanlagen sind Teil des Problems

Da heiße Tage in Deutschland immer häufiger werden, kaufen sich auch immer mehr Menschen Klimaanlagen. Laut einer Umfrage des Verbraucherportals Verivox hatten 2023 13 Prozent der Befragten eine Klimaanlage, 2024 waren es schon 19 Prozent. Die Klimageräte funktionieren ähnlich wie ein Kühlschrank: Sie entziehen dem Innenraum Wärme, indem ein Kältemittel verdampft. Dieses wird dann in den außerhalb des Raums liegende Teil der Klimaanlage geleitet, kondensiert und gibt die dabei freigesetzte Wärme an die Umwelt ab.

Die Folge: Dichte Wohngebiete heizen sich zwischen den Häusern durch diese Abwärme zusätzlich auf. In der Stadt Phoenix im Südwesten der USA führten Klimaanlagen laut einer Studie nachts zu Temperaturerhöhungen von mehr als einem Grad Celsius. Die Leidtragenden sind dann Menschen ohne Klimaanlage.

Ein weiteres Problem: Die verwendeten Kältemittel aus teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) sind oft stark klimaschädlich. So entstehen bei Wartungen, Lecks oder der Entsorgung HFKW-Emissionen, die als Treibhausgase das Klima weiter aufheizen. Bereits im Jahr 2021 wurden durch stationäre Klimatisierungen in Deutschland 1,34 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Dazu kommt der hohe Stromverbrauch von Klimaanlagen, der ebenfalls Treibhausgase verursachen kann. Klimaanlagen verstärken so die Klimaerwärmung. Glücklicherweise gibt es nachhaltigere Alternativen.

Nachhaltige Ideen für ein kühles Zuhause

Um die Hitze auszusperren, ist eine gute Isolation nach außen essenziell. Allerdings ist es damit in vielen Häusern und Mietwohnungen nicht weit her. Es kann aber schon helfen, zumindest die Fenster gut vor der Hitze abzuschirmen. Verdunkeln Sie diese tagsüber am besten mit Vorhängen oder Jalousien. Außen-Rollläden sind am effektivsten, da die Hitze so erst gar nicht in die Wände eindringt. Auch spezielle Thermorollos, die auf der Außenseite mit reflektierender Farbe beschichtet sind, wirken isolierend gegen die Hitze. Alternativ kann ein Stück Stoff ins Fenster eingeklemmt werden und von außen die Scheibe bedecken. Höhere Pflanzen auf dem Balkon oder im Garten können zusätzlich Schatten auf die Hauswände werfen und kühlen die Umgebung. Sie verstärken zudem die Bildung von Kaltluft in der Nacht.

Auch richtiges Lüften kann für angenehme Temperaturen sorgen: Dafür sollte man in der kühleren Zeit nachts und morgens alle Fenster gleichzeitig öffnen und so für Durchzug sorgen. Menschen, die sich tagsüber in der Wohnung aufhalten, sollten auch zwischendurch lüften, solange es draußen nicht zu heiß ist. Das Trocknen von Wäsche oder ein nasses Tuch kühlt die Raumluft zusätzlich, erhöht allerdings die Luftfeuchtigkeit. Machen Sie sich außerdem auf die Suche nach versteckten Wärmequellen und -speichern in Ihrer Wohnung: Räumen Sie Teppiche weg und schalten Sie elektrische Geräte aus.

Foto einer Frau, die vor einem Ventilator sitzt
Ventilatoren bewegen die Luft und kühlen so unseren Körper ab. © solidcolours/iStock

Ventilatoren verbrauchen sehr viel weniger Strom als Klimageräte und sind bei Temperaturen bis zu 35 Grad Celsius zu empfehlen. Sie bewegen die Luft und kühlen so unseren Körper ab. Stellen Sie den Ventilator dafür am besten in die Mitte des Raums und richten Sie ihn zur Decke aus.

Hitze-Tipps für den Alltag

Ausreichendes Trinken ist bei Hitze eine der wichtigsten Maßnahmen für die Gesundheit. Was aber ist ausreichend? Mindestens zwei Liter, bei starkem Schwitzen vier Liter und am besten über den Tag verteilt. So unterstützt man den Körper bei der Wärmeregulierung. Ideale Getränke sind Wasser, ungesüßte, lauwarme Kräutertees oder stark verdünnte Fruchtsäfte. Salzhaltige Speisen helfen zusätzlich, den Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Besonders gesund sind an heißen Tagen leichte Mahlzeiten wie Obst, Salate und wasserreiche Gemüsesorten wie Gurken oder Melonen. Auch Milchprodukte wie Quark oder Joghurt sind bei Hitze angenehm.

Um den Körper abzukühlen, eignen sich Unterarm- oder Fußbäder mit kaltem Wasser oder eine kurze Dusche mit lauwarmem Wasser. Auch eine Sprühflasche mit Wasser aus dem Kühlschrank oder eine mit kaltem Wasser gefüllte Wärmflasche sorgen für eine angenehme Abkühlung. Möchten Sie sich bewegen, sind der Park oder der Wald ein guter Ort. Dort sorgen Pflanzen für Schatten und niedrigere Temperaturen. Baden im See oder Freibad sind nicht ohne Grund eine beliebte Abkühlung an heißen Tagen. Man sollte jedoch nicht zu schnell ins kalte Wasser gehen, um den Körper nicht zu überfordern. In der Stadt ist es wichtig, schattige Wege zu wählen und Straßenräume mit starker Hitze zu meiden.

Weite, luftige Kleidung aus Naturfasern in hellen Farben schützt vor Überhitzung und lässt den Körper atmen. Statt auf viel Haut zu setzen, sind Sonnenschutz durch lockere, leichte Kleidung und ein Hut oft die bessere Wahl. Auch nachts gilt: nicht unbedeckt schlafen, da Sie sich sonst erkälten können. Ein leichtes Laken reicht aus, um vor Zugluft zu schützen.

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