Einen singenden Eisberg haben Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Zusammenarbeit mit der Firma Fielax in der Antarktis entdeckt. Fielax ist ein Dienstleister für Datenerfassung und Messplattformen. Das Team um Christian Müller und Vera Schlindwein war bei einer Untersuchung seismischer Signale auf ungewöhnliche Geräusche gestoßen und hatte schließlich als Quelle den riesigen 30 mal 50 Kilometer großen Eisberg B-09A identifiziert. Bei einer genaueren Analyse der Daten stellten die Forscher fest, dass die Schwingungen harmonische Klänge mit bis zu 30 Obertönen bildeten. Allerdings ist diese „Musik” für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar, weil sie mit einer Frequenz von rund 0,5 Hertz zu tief ist. Müller und Schlindwein vermuten, dass die Töne durch Wasser erzeugt werden, das durch die Spalten und Tunnelsysteme des Eisbergs strömt. Dadurch würden – ähnlich wie bei einer Orgelpfeife – elastische Schwingungen angeregt.





