Amerikanischen Forschern ist es erstmals gelungen, mit therapeutischem Klonen eine Hirnstörung bei Mäusen erfolgreich zu behandeln. Mithilfe speziell behandelter embryonaler Stammzellen heilten sie die Nager von einer Parkinson ähnlichen Krankheit. Ihre Studie schildern Lorenz Studer vom Sloan-Kettering-Gedenk-Krebszentrum und seine Kollegen in der Fachzeitschrift “Nature Biotechnology” (Online-Vorabveröffentlichung doi:10.1038/nbt870).
Bei therapeutischem Klonen geht es Forschern darum, hochspezialisierte Zellen zu schaffen, welche kranke Zellen oder vollständige Organe ersetzen oder reparieren können. Damit der Körper eines Patienten die neuen Zellen nicht abstößt, ist es ideal, wenn diese gesunden Zellen genetisch zu dessen Erbgut passen. Um dies zu erreichen, wollen Mediziner die Zellkerne der Stammzellen durch die Kerne beliebiger Zellen des Patienten ersetzen.
Bei Parkinson gehen Nervenzellen im Gehirn verloren, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Durch den Verlust dieser so genannten dopaminergen Neuronen kommt es zu den typischen Symptomen wie Zittern der Hände oder Gesichtsstarre. Dem Team um Studer gelang es nun mit therapeutischem Klonen, diese kranken Neuronen bei Mäusen zu heilen.
Die Forscher haben eine schnelle und effiziente Methode entwickelt, um in der Petrischale aus embryonalen Stammzellen verschiedene Typen genetisch angepasster Nervenzellen zu züchten ? auch dopaminerge Neuronen. Mit verschiedenen Mitteln konnten sie nachweisen, dass die behandelten Zellen normal arbeiten. Darüber hinaus bewirkte eine Transplantation der Neuronen in das Gehirn erkrankter Mäuse, dass die Fehlfunktion korrigiert wurde. Die neuen Neuronen wurden auch tatsächlich nicht vom Körper der behandelten Tiere abgestoßen.
Auch wenn diese Methode theoretisch äußerst vielversprechend für die Behandlung vieler Krankheiten ist, wurde sie bislang am Menschen noch nicht erprobt. Selbst im Tierversuch handelt es sich bei dem von Studer und seinen Kollegen beschriebenen Erfolg erst um den zweiten Bericht therapeutischen Klonens bei Tieren. Allerdings ist es ihnen in ihren Versuchen auch gelungen, andere genetisch angepasste Typen von Neuronen zu generieren, die Heilung für andere Hirnstörungen versprechen.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





