Britische Wissenschaftler und Ingenieure wollen erstmals einen Tauchroboter unter dem Eis der Antarktis testen. Das Gefährt mit dem Namen AUTOSUB soll Untersuchungen zur Häufigkeit und regionalen Verbreitung des Krills durchführen – kleiner Krustentierchen, die eine Säule der antarktischen Nahrungskette darstellen. Denn, so wird befürchtet, die Klimaerwärmung in der Antarktis könnte auch die Krill-Populationen schädigen, was sich dann auch auf die weitere Nahrungskette ? etwa die Wale – auswirkt.
Von dem unbemannten U-Boot will man über eine Echosonde Signale abgeben, deren Reflektionen dann Auskunft über Typ und Häufigkeit der Krebstierchen geben. Die größte Herausforderung bei dem Vorhaben ist technischer Natur. Denn bisher waren derartige Forschungsfahrzeuge stets bemannt oder sie wurden von einem Beobachtungsschiff aus ferngesteuert, mitunter sogar mit einer Kabelverbindung. AUTOSUB wird seine Reise jedoch vollständig autonom durchführen. Normalerweise tauchen Forschungs-U-Boote auch von Zeit zu Zeit auf, um via Satellit ihre Daten zu übermitteln, doch bei einer Tauchfahrt unter dem antarktischen Eispanzer wird dies nicht möglich sein. Sollte das U-Boot in irgendwelche Schwierigkeit geraten, so wird es laut Programm sofort umkehren und den Bereich des Eises verlassen.
Etwa 10 Missionen sind im Bereich der Weddell-See geplant. Das Gefährt soll zuerst unter einer relativ dünnen Eisdecke von zwei bis drei Meter Mächtigkeit und unter Eisbergen getestet werden. Das Vorhaben dient neben seinen Krill-Forschungen auch dem Ziel, mehr über die Wassermassen unter dem antarktischen Schelfeis zu erfahren. Denn was genau sich unter diesem mehrere Hundert Meter dicken, gefrorenen Panzer abspielt, ist bis heute ein Geheimnis.
Olaf Elicki





