Honig wird seit Jahrtausenden wegen seiner antibakteriellen Wirkung als Heilmittel gegen Entzündungen eingesetzt. Als besonders effektiv gilt heute der neuseeländische Honig des Teebaums Leptospermum scoparium, der auch als „Medi-Honey” verkauft wird. Doch der könnte gesundheitlich bedenklich sein, wie Forscher der Technischen Universität Dresden um den Lebensmittelchemiker Thomas Henle fest-gestellt haben.
Bei gewöhnlichem Honig ist Wasserstoffperoxid für das Abtöten der Bakterien verantwortlich. Es entsteht durch das Enzym Gluco- oxidase beim Abbau von Zucker. Die Wissenschaftler fanden in dem Medi-Honey aber weder Wasserstoffperoxid noch Glucooxidase, stattdessen aber das stark entzündungshemmende Methylglyoxal in hohen Konzentrationen.
Der ebenfalls beim Abbau von Zucker entstehende Stoff kommt in herkömmlichen Honigsorten in Konzentrationen von 1 bis 5 Milligramm pro Kilogramm vor. Im Honig des Teebaums waren es 300 bis 700 Milligramm pro Kilogramm – eine Menge, die für den Menschen laut Henle gesundheitlich bedenklich sein kann, da sie unter Umständen die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers bei einer Ent-zündung behindert.
Die Forscher wollen jetzt untersuchen, woher die hohen Methylglyoxal-Konzentrationen herrühren. Möglicherweise sind in den Bienen lebende Mikroorganismen dafür verantwortlich, oder die Substanz entsteht beim Stoffwechsel des Teebaums. Es könnte aber auch sein, dass das Methylglyoxal erst bei der Honigherstellung hinzukommt.





