Ein tropischer Wirbelsturm ist ein Geschöpf des Meeres. Er braucht Wasserdampf und freies Feld, um sich entwickeln zu können. Über Land läuft er sich dagegen rasch tot. Die geplagten Küstenbewohner haben ihm viele Namen gegeben: In Mittelamerika heißt er Hurrikan, in Südostasien Taifun, im Indischen Ozean Zyklon, örtlich wird er auch Cordonazo oder Bahuio genannt. Er wütet dort, wo das Wasser am wärmsten ist, in den tropischen Meeren: auf der Nordhalbkugel im Sommer und Herbst, auf der – vergleichsweise ruhigen – Südhalbkugel vor allem am Anfang des Jahres. Der südliche Atlantik und der südöstliche Pazifik bleiben verschont. Jährlich werden weltweit rund achtzig tropische Wirbelstürme gezählt. Ein tropischer Wirbelsturm hat einen Durchmesser von mehreren hundert Kilometern, eine Höhe von 10 bis 15 Kilometern und bläst mit mindestens 64 Knoten (118 Stundenkilometern). Er bleibt Tage und Wochen stabil, wobei er Tausende von Kilometern zurücklegt. Er unterscheidet sich wesentlich von einem Tornado, jener atmosphärischen Eintagsfliege. Die kleinen, schlauchförmigen Tornados, die über Land entstehen, lösen sich schon nach wenigen Stunden wieder auf.
Klaus Jacob





