Ärzte versagen oft bei der Diagnose von Lungenkrebs. Dies berichten englische Wissenschaftler im aktuellen Postgraduate Medical Journal. Der Krebs wird auf dem Röntgenbild des Brustkorbes häufig übersehen. Die dadurch verzögerte Diagnose trüge dazu bei, das Lungenkrebs in Europa zu den Krankheiten mit der geringsten Überlebensrate gehöre, so die Forscher.
Der Studie lagen Fallgeschichten von hundert Lungenkrebspatienten der Medical Chest Unit am Castle Hill Hospital in Yorkshire, Großbritannien, aus dem Jahre 1997 zugrunde. Außerdem untersuchten die Forscher die dazugehörigen Röntgenbilder, die bis zu fünf Jahre früher gemacht worden waren. Die Patienten waren im Durchschnitt 70 Jahre alt, fast zwei Drittel waren Männer.
Von 58 an Lungenkrebs Erkrankten waren zuvor Röntgenaufnahmen gemacht worden. In 14 Fällen übersahen die Ärzte die Anomalien auf dem Film. Bei einem Patienten zweimal, bei zwei weiteren Patienten sogar auf drei Aufnahmen. Der häufigste Grund war tatsächlich, dass der behandelnde Arzt die Tumore nicht erkannt hatte.
Häufig handelte es sich um Fälle, bei denen der Krebs in Körperregionen auftrat, in denen Eingeweide überlappen und sich gegenseitig verdecken. Dies sind etwa der Bereich von Herz und Rippen und Areale um die großen Lungenarterien.
Die Wissenschaftler betonen, dass gerade Lungenkrebs frühzeitig erkannt werden müsse. Die Therapie sei fast immer eine Operation. Sie sei in einem frühen Stadium der Krankheit erfolgversprechender.
Die vermehrte Nutzung von Computertomografien könnte die Situation verbessern. Sie haben eine höhere Auflösung und führen so zu genaueren Diagnosen.
Anna Voormann





