Manche Korallen überleben in Wasser, das viel saurer ist, als sie es gewohnt sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie israelischer Wissenschaftler der Bar-Ilan Universität in Ramat-Gan. Die Forscher um Maoz Fine hatten die im Mittelmeer heimischen Korallenarten Oculina patagonica und Madracis pharencis untersucht. Im Labor hielten sie die Meeresbewohner in Wasser, das einen pH-Wert von 7,3 aufwies – im natürlichen Lebensraum der Tiere liegt der pH-Wert bei rund 8,2.
Wie erwartet löste sich das Kalk- skelett der Korallen nach wenigen Wochen auf und die Polypen der Tiere kamen zum Vorschein. Was Fine jedoch nicht erwartet hatte, war, dass der unfreiwillige Striptease den Korallen offenbar nicht schadete. Die Polypen begannen sogar, bis auf das Dreifache ihres ursprünglichen Körpergewichts zu wachsen. Erstaunlich war auch, dass die Korallen ihren Kalkpanzer wieder bildeten, als sie in ihre gewohnte Umgebung zurückgebracht wurden.
Die Erkenntnisse bedeuten für die Zukunft der Korallen einen Silberstreif am Horizont. Denn Experten sagen voraus, dass der pH-Wert der Ozeane durch die zunehmende Aufnahme von Kohlendioxid bis zum Ende des Jahrhunderts auf 7,8 sinkt. Meeresbiologen befürchten deshalb, dass durch die Versauerung der Ozeane Lebewesen mit Kalkpanzern oder -schalen stark bedroht sind. Das ist möglicherweise nicht immer der Fall.





