Stress kann die Gesundheit verschlechtern. Aber auf den Verlauf einer Brustkrebserkrankung hat er keinen Einfluss. Das ist das Ergebnis einer kanadischen Studie.
Viele Frauen, die belastende Ereignisse wie Todesfälle und andere Erkrankungen in der Familie erlebt haben, befürchten, dass dieser Stress ihre eigene Lebenserwartung verkürzt. Doch diese Ängste sind unnötig, so Dr. Elizabeth Maunsell und ihre Kollegen von der Universität Laval in Quebec, Kanada. Brustkrebspatienten, die starken Stress erfahren hatten, starben nicht früher, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift “Psychosomatic Medicine” (Bd. 36, S. 306).
Das sollte viele Frauen beruhigen, die mit Brustkrebs leben müssen, meinen die Wissenschaftler. Sie befragten fast 700 Patientinnen, ob und wie stark sie Stress vor ihrer Diagnose empfunden hatten. In sieben Jahren nach der Diagnose war jede dritte Frau verstorben. Darunter waren nicht häufiger Frauen, die viel Stress erfahren hatten. Das Abwehrsystem des Körpers könne zwar durch Stress geschwächt werden, so die Forscher. Aber die Dauer oder Stärke dieser Schwächung sei offenbar nicht groß genug, um die Lebenserwartung zu verkürzen.
Marianne Diehl





