fragt Martina Förstner-Kegel, Konstanz
Der Spatz – ornithologisch korrekt Haussperling – ist in Deutschlands Städten und Dörfern die häufigste Vogelart. Leider stimmt es aber, dass die Zahl der Spatzen zumindest in den Städten seit Jahren drastisch zurückgeht. In Hamburg beispielsweise zwitschern heute 85 Prozent weniger Spatzen als noch in den 1980er-Jahren. „Der Gesamtebestand in Deutschland ist in den letzten 25 Jahren um rund 30 bis 50 Prozent eingebrochen”, berichtet Birgit Radow von der Deutschen Wildtierstiftung. Folgerichtig wird der Spatz inzwischen als „potenziell gefährdet” auf der Roten Liste der bedrohten Arten geführt. Warum?
Der Spatz ist, im Gegensatz zu seinem nahen und äußerlich sehr ähnlichen Verwandten, dem Feldsperling, an ein Leben mit dem Menschen angepasst. Haussperlinge leben in Dörfern und Städten. Dort brüten sie in Nischen, Spalten und Ritzen von Gebäuden. Doch die gingen im Zuge der Haussanierungen der letzten 20 Jahre vielfach verloren. Fehlende Nistplätze sind der eine Grund, warum die Haussperlinge aus den Städten verschwinden.
Der zweite Grund ist mangelnde Nahrung. Zwar können sich die erwachsenen Spatzen von herumliegenden Brotkrümeln ernähren, doch für die Aufzucht ihrer Jungen benötigen sie eiweißreiche Nahrung in Form von Insekten. Diese fanden die Spatzen früher in den Hinterhöfen und kleinen Gärten der Stadthäuser. Deren Bewohner hielten häufig Tiere, und auf den Mist- und Komposthaufen konnten die Vogeleltern ausreichend Nahrung für ihre Jungvögel finden.





