Umgang mit eigener Krankheit demgegenüber weniger wichtig
Für Sterbende ist die Belastung ihrer Angehörigen das größte Problem. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie nach der Befragung von 1.100 unheilbar an Krebs erkrankten Patienten, deren Ergebnisse am Montag in München von der Deutschen Hospiz Stiftung vorgestellt wurden. So sorgte sich mehr als jeder Dritte der Befragten um seine Angehörigen, erst an zweiter Stelle (22,6 Prozent) kam die eigene Krankheitsverarbeitung während der Behandlung. Noch weit weniger wichtig eingestuft wurden die Kontrolle der Begleitsymptome der schweren Tumorerkrankung (13,2 Prozent) und Probleme mit der Schmerzbehandlung (6,4).
Eugen Bysch, der geschäftsführende Vorstand der Hospiz Stiftung, mahnte “humane Bedingungen” für die Sterbenden an. Jährlich sterben in Deutschland rund 850 000 Menschen, gemeinsam mit deren Angehörigen seien rund drei Millionen Menschen Jahr für Jahr vom Sterben betroffen. Jeder Einzelne habe ein Recht auf “menschenwürdiges Sterben” möglichst in seiner eigenen Wohnung.
In Deutschland gibt es 700 ambulante Hospizdienste und 90 stationäre Hospize. Das Hospiztelefon wird im Jahr rund 25 000 Mal von Angehörigen und Betroffenen in Anspruch genommen, mehr als 35 000 Besucher registrierte die Stiftung auf ihrer Homepage im Internet in diesem Jahr.
Die Münchner Schauspielerin und Schirmherrin der Stiftung, Uschi Glas, appellierte an alle Bürger, sich rechtzeitig für eine Patientenanwaltschaft zu entscheiden. Diese Verfügung, in der eine Vertrauensperson benannt wird, regele im Endstadion einer schweren Krankheit oder bei einem Unfall den Willen des Betroffenen durch die benannte Person. Diese Verfügung könne bei der Hospizstiftung hinterlegt werden.
dpa





