Wissenschaftler haben erstmals nachgewiesen, dass Zellen des Knochenmarks sich auch in Nierenzellen verwandeln können. Dieser Durchbruch könnte zu neuen Behandlungsansätzen für Nierenschäden führen, die durch Krebs oder andere Erkrankungen verursacht wurden.
Das Team bestehend aus Mitarbeitern des Imperial Cancer Research Fund (ICRF), Barts Hospital, London Hospital und der Imperial College School of Medicine (ICSM) ist zuversichtlich, dass auch die Nierenfunktion nach einem Versagen wiederhergestellt werden kann. Zusätzlich werden entscheidende Impulse für neue gentechnische Behandlungsansätze bei Nierenerkrankungen erwartet.. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im The Journal of Pathology.
Das Forscherteam konzentrierte sich laut BBC auf Zellen des Knochenmarks im frühesten Entwicklungsstadium. Diese Stammzellen können sich in weiße und rote Blutkörperchen oder Blutplättchen verwandeln. Dass eine Verwandlung in Leberzellen möglich ist, wurde bereits nachgewiesen. Nick Wright vom ICRF erklärte, dass Ärzte in Zukunft Zellen aus dem Knochenmark eines Patienten für die Ergänzung zerstörter Nierenzellen nutzen könnten. “Da die Niere nur über schlechte Möglichkeiten zur Selbstheilung verfügt, wäre das ein großer Vorteil.” Zusätzlich könnten zur Verhinderung eines weiteren Schadens Stammzellen eingesetzt werden, die über Gene verfügten, die gegen Krebs oder andere Krankheiten resistent seien.
Pathologen des ICRF analysierten weibliche Nieren, die männlichen Patienten transplantiert wurden. Mittels eines speziellen DNA-Tests, der männliche Zellen identifiziert, wurden die gespendeten Nieren untersucht. In der Folge wurden männliche Zellen in den weiblichen Spendernieren nachgewiesen. Das bedeutet, dass sich Knochenmarkszellen des Empfängers in Nierengewebe verwandelt hatten.
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