Durch spezielle DNA-Untersuchungen bestimmten sie, wie die Bakteriengemeinschaften der Darmflora zu den Lebzeiten der entsprechenden Personen zusammengesetzt gewesen waren. Diese Ergebnisse verglichen sie anschließend mit Daten heutiger US-Amerikaner und den Eigenschaften der Darmflora von Kindern der traditionell lebenden Landbevölkerung in Afrika. Zusätzlich dienten zum Vergleich bereits bekannte Informationen über die Zusammensetzung der Darmflora des steinzeitlichen Gletschermanns ?Ötzi? und eines österreichischen Soldaten, dessen Leiche rund 100 Jahre in einem Gletscher überdauert hatte.
Vor hundert Jahren war die Darmflora noch anders
Den Auswertungen zufolge ähnelte die Bakterien-Zusammensetzung in den Proben aus der Hinds Cave und von der Mumie aus Caserones kaum der in den Bakteriengemeinschaften heutiger Menschen. Nur die Rio-Zape-Proben spiegelten eine Darmflora wider, die in einigen Eigenschaften der von Kindern des heutigen ländlichen Afrikas entsprach. Ähnlich war das beim Vergleich der Ergebnisse von ?Ötzi? und dem österreichischen Soldaten. Auch deren Darmflora ähnelte am ehesten der afrikanischer Kinder vom Land, aber nicht der von heutigen US-Amerikanern. Offenbar veränderte die moderne Lebensweise die Darmflora also sehr drastisch, folgern die Forscher.
?Es ist klar, dass Antibiotika und eine verbesserte Hygiene viele Vorteile mit sich bringen, aber nicht ohne einen Preis?, meint Cecil Lewis. Durch die Veränderungen des ursprünglichen Verhältnisses des Menschen zu seinen mikrobiellen Untermietern wird vielen Studien zufolge die Entwicklung unseres Immunsystems beeinflusst. Dies könnte die Ursache für die steigende Häufigkeit von Allergien und Autoimmun-Erkrankungen sein, sagen Experten.





