Einige Formen der Sprachverarbeitung laufen im Gehirn älterer Menschen vermutlich effizienter ab als bei Jüngeren. Obwohl die Aktivität in den entsprechenden Teilen des Gehirns bei Senioren geringer ist als bei jüngeren Menschen, verarbeiten die Älteren Sprache genauso gut, berichten amerikanische Neurologen auf dem Treffen der “Society for Neuroscience” in Orlando (USA).
Die Wissenschaftler hatten dies in einer Studie mit 50 Teilnehmern im Alter zwischen 23 und 78 Jahren herausgefunden. Darren Gitelman und seine Kollegen vom Zentrum für Kognitive Neurologie und Alzheimer der Northwestern University in Chicago testeten die Sprachverarbeitung der Versuchsteilnehmer und maßen gleichzeitig mittels funktioneller Magnet Resonanz Tomografie deren Gehrinaktivität. Die Probanden sollten unter anderem aus einer Liste von Worten Synonyme, wie Boot und Schiff, heraussuchen.
Bei den älteren Testpersonen wurde vor allem in den Sprachzentren des linken Stirnlappens eine verminderte Aktivität gemessen. In den Hirnregionen, die für die Aufmerksamkeit verantwortlich sind, stieg die Aktivität mit zunehmendem Alter des Versuchsteilnehmers an. Das zeige, dass sich mit dem Älterwerden die Aktivitätsmuster im Gehirn bei der Verarbeitung von Sprache verändern, erläutert Gitelman. Die Sprachverarbeitung sei bei Senioren anscheinend effizienter, da sie die Aufgaben genauso gut gelöst hätten wie die Jüngeren, obwohl ihre Gehirnaktivität geringer war.
In anderen Bereichen wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Reaktionsgeschwindigkeit sind ältere Menschen dagegen eindeutig weniger leistungsfähig als junge. Das wissen Forscher aus einer Reihe von Versuchen.
Heidi Scharvogel





