Ein winziger Spiegel unter der Haut, der das Licht eines schwachen Laserstrahls reflektiert, soll das Nachwachsen von Tumoren im Auge behalten. Eine kurze, am Computer analysierte Belichtung könnte dann die übliche Blutentnahme ersetzen, hoffen die britischen Entwickler. Die Reflektion verändert sich, wenn spezifische chemische Marker des Tumors im Blut vorhanden sind. Krebspatienten werden in der Nachsorge regelmäßig Bluttests unterzogen und gelten erst als geheilt, wenn fünf Jahre lang keine neuen Tumore aufgetreten sind.
“Statt zu Bluttests zu gehen, könnte man einfach beim Doktor vorbeischauen und einen schnellen, nicht-invasiven Test bekommen”, erklärt Roger Aston von der Biomedizin-Firma pSiMedica in Worcestershire. Gemeinsam mit Leigh Canham entwickelt er die nur 5 Millimeter breiten und einen halben Millimeter dicken Silizium-Spiegel, die unter die Haut gepflanzt werden sollen. Sie bestehen aus mehreren porösen Schichten, die Licht unterschiedlicher Wellenlänge reflektieren. Sie sollen auch noch funktionieren, wenn sie bereits stark “verwittert” sind. Da sie nach mehreren Jahren überflüssig sind, zerfallen sie mit der Zeit zu harmloser Kieselsäure.
Tumore von Prostata- oder Darmkrebs schütten beim Wachstum spezifische chemische Marker ins Blut aus, an denen sie sich im Bluttest erkennen lassen. Diese Marker, deren Anzahl sogar direkt auf die Größe des Tumors schließen lässt, sollen sich an spezielle Substanzen in den Poren der Spiegelchen binden. “Beleuchtet man ihn dann, wird der reflektierte Strahl sich verändern, je nach Menge des Markers”, so Aston. Sein Team tüftelte lange daran, die optischen Eigenschaften der Siliziumscheiben mit dem Wellenlängenbereich, in dem infrarotes Licht die Haut ohne Verlust durchläuft, in Einklang zu bringen.
Dörte Saße





