Wissenschaftler des Georgetown University Medical Center haben heraus gefunden, dass sich das durchtrennte Rückenmark von Ratten besser regeneriert, wenn die Behandlung nicht sofort, sondern erst zwei bis vier Wochen nach der Rückenmarksverletzung stattfindet. Dieses unerwartete Ergebnis wiederspricht der Annahme, dass eine Behandlung von Rückenmarksverletzungen so schnell wie möglich stattfinden muss, um wirksam zu sein. Scheinbar sind auch seit langem verletzte Neurone des zentralen Nervensystems doch noch in der Lage das Auswachsen von Nervenzellen zu initiieren.
Für die Studie erhielten Ratten mit durchtrenntem Rückenmark eine Transplantation von fetalem Ratten-Rückenmarksgewebe sowie Neurotrophine an die Stelle, wo das Rückenmark durchtrennt worden ist. Neurotrophine sind vom Körper produzierte Substanzen, die das Auswachsen von Nerven fördern.
Die Wissenschaftler um Barbara Bregman von der Georgetown University hatten bereits in früheren Studien gezeigt, dass diese Kombination das Wachstum der Nervenfasern nach Rückenmarkverletzungen verbessert. Die neueste Studie zeige nun, dass eine Verzögerung der Behandlung um zwei bis vier Wochen in einer erhöhten Neubildung von Nervenzellfasern resultiert, beschreibt Bregman im Journal of Neuroscience (Vol.21, Seite 9334).
Der Zusatz von Neurotrophinen zu dem transplantierten Gewebe ist der Schlüssel zur Regeneration. Die Tiere, die sowohl Gewebetransplantationen als auch Neurotrophine erhielten, zeigten deutlich mehr neue Nervenzellen, als Tiere, die ausschließlich eine Gewebetransplantation bekamen.
Nicole Waschke





