Die Sonarsignale aus Schiffen und U-Booten können bei Walen die so genannte Taucherkrankheit auslösen und sie dadurch töten. Diesen von Walforschern schon seit zwei Jahren gehegten Verdacht haben britische Wissenschaftler nun bestätigt. Die akustischen Signale führen demnach im Gewebe der Wale zur Bildung von Gasbläschen und damit zu einem der Taucherkrankheit ähnlichen Phänomen. Diese bei Tauchern gefürchtete Erkrankung kann durch zu rasches Auftauchen ausgelöst werden. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 425, S. 575).
Grund für den auch Druckfallkrankheit genannten Effekt mit fatalen Auswirkungen ist ein zu großes Gefälle zwischen dem Außendruck im Wasser und dem Körperinnendruck in Gewebe und Blut der Taucher. Experten waren jedoch bisher der Meinung, dass Wale vor dieser Erkrankung gefeit sind.
Paul Jepson vom Institut für Zoologie in London und seine Kollegen beobachteten jedoch nun, dass rund vier Stunden nach dem Beginn einer Militärübung, bei der Sonargeräte eingesetzt wurden, Wale am Strand von Fuerteventura und Lanzarote auftauchten und dort starben. Bei einer Autopsie der Tiere fanden die Forscher Gasbläschen in Blutgefäßen und Organen, insbesondere der Leber, die zu 5 bis 90 Prozent aus gasgefüllten Hohlräumen bestand.
Wie genau die akustischen Signale die Gasbildung auslösen, sei noch unklar, erklären die Forscher. Möglicherweise führen sie zu einem veränderten Verhalten der Wale und damit zu einem beschleunigten Auftauchen der großen Meeressäugetiere. Doch es könne sich auch um einen direkten physikalischen Effekt des Sonars handeln, vermuten die Wissenschaftler. Künftige Versuche sollen den genauen Zusammenhang aufklären.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





