Auf Madagaskar leben über 40 Prozent aller Chamäleon-Arten ? darunter auch bislang unentdeckte Winzlinge. Die kleinste Art hat eine Körperlänge von gerade mal 16 Millimetern!
Gleich vier neue Zwergchamäleon-Arten haben Wissenschaftler um Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung München auf Madagaskar entdeckt. Darunter auch eine Art, die sehr viel kleiner ist als bisher bekannte Chamäleons: Ausgewachsene Männchen von Brookesia micra haben eine Körperlänge von nur 16 Millimetern und eine Gesamtlänge von durchschnittlich 24 Millimetern. Kleiner Körper, kleiner Lebensraum Alle vier Arten kommen in sehr kleinen, teilweise nur wenige Quadratkilometer umfassenden Gebieten vor. ?Durch Lebensraumzerstörung sind sie daher besonders bedroht?, sagte Jörn Köhler vom Hessischen Landesmuseum in Darmstadt. Um auf diese Bedrohung aufmerksam zu machen, haben die Wissenschaftler den beiden am stärksten gefährdeten Arten entsprechende Namen verpasst: Brookesia desperata (desperata = lateinisch für verzweifelt) und Brookesia tristis (tristis = lateinisch für traurig). ?Erstaunlich an den kleinen Chamäleons ist die große genetische Distanz zwischen den Arten, die sich optisch auf den ersten Blick sehr stark ähneln. Das zeigt, dass sich ihre Evolutionswege bereits vor vielen Millionen Jahren trennten?, erklärt Miguel Vences von der Universität Braunschweig. Die Forscher vermuten, dass die Gattung Brookesia die Ahnen der großen, bunten Chamäleons Madagaskars sind. Die Zwergchamäleons können ihre Farbe in der Regel nicht wechseln, sondern sind meist braun.
Frank Glaw (Zoologische Staatssammlung München) et al.: PLos ONE, doi: 10.1371/journal.pone.0031314 © wissenschaft.de ? Marion Martin





