Viren, die eine Mutation in den Zellen der Luftröhre hervorrufen, könnten die Ursache von Asthmaanfällen sein. Mediziner und Zellbiologen der Washington University School of Medicine, St. Louis (USA), haben ein Gen untersucht, von dem es bisher hieß, dass es nur im Immunsystem zu finden sei. Die Wissenschaftler fanden das Gen auch in den Epithelzellen der Luftröhre und bewiesen, dass es bei viraler Bronchitits und bei Asthmaanfällen aktiv wird. Bisher wurde angenommen, dass Asthma eine allergische Reaktion des Immunsystems ist.
Die amerikanischen Mediziner vermuten nun, dass Asthma ganz anders entsteht, als bisher angenommen. Ursache ist wahrscheinlich eine virale Infektion, also eine ganz gewöhnliche Erkältung in der frühen Kindheit. Die Viren dringen in die Epithelzellen der Luftröhre ein und bewirken dort eine genetische Veränderung. Diese Mutation wiederum führt zu wiederkehrenden Asthmaanfällen. Möglicherweise spielen Viren, die nach einer Infektion in den Epithelzellen verbleiben, bei asthmatischen Anfällen ebenfalls eine Rolle. Um Asthma behandeln zu können, wollen die Forscher herausfinden, wie die Viren das Zellprogramm der Luftröhre verändern.
Gabriele Dinkhauser





