Im Versuch mit Mäusen konnten kalifornische Wissenschaftler die Ausbreitung von Brustkrebs im Körper verhindern. Über die Mechanismen, wie sich Metastasen im Körper verbreiten, berichten die Forscher vom DNAX Research Institute, Palo Alto in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Nature.
Dem Forscherteam von Albert Zlotnik und Anja Muller ist es gelungen, ein Protein zu identifizieren, das von Rezeptoren auf der Oberfläche von menschlichen Brustkrebszellen erkannt und gebunden wird. Dieses Protein aus der Gruppe der Chemokine wird in Lymphknoten, Knochenmark, Lunge und Leber in großer Menge gebildet. Das sind genau die Gewebe, in denen sich bevorzugt Tochtergeschwülste (Metastasen) entwickeln.
Um zu überprüfen, ob die Krebszellen mit Hilfe ihrer Rezeptoren an die Orte der höchsten Chemokin-Konzentration geleitet werden, wurden Antikörper hergestellt, die die Interaktion zwischen Rezeptor und Chemokin blockierten. Damit gelang es, bei Mäusen, denen menschliche Brustkrebszellen injiziert wurden, die Bildung von Lungenmetastasen um 60 bis 100 Prozent zu hemmen.
“Diese Forschung hat einen interessanten Ansatzpunkt für die Krebstherapie geliefert”, sagt Jonathon Sedgwick von der Firma Schering-Plough, zu der das DNAX-Forschungsinstitut gehört. Die Bildung von Metastasen sei die Haupttodesursache von Krebspatienten. “Wäre es möglich, diese zu hemmen, zu verhindern oder sogar rückgängig zu machen, könnten wir damit viel bewirken.”
Zur Zeit untersuchen die Forscher, ob ihr Behandlungskonzept auch auf Melanome anwendbar ist. Diese Form von Hautkrebs ist wegen der Metastasenbildung besonders gefährlich.
Joachim Czichos





