„Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?”, heißt es in einem alten deutschen Freiheitslied. Die moderne Antwort auf die Frage des unbekannten Autors lautet: Yukiyasu Kamitani. Der japanische Forscher von den ATR Computational Neuroscience Laboratories in Kyoto hat sich mit seinem Team vorgenommen, Gedanken sichtbar zu machen. Und er hat erste Erfolge vorzuweisen.
Die Wissenschaftler zeigten mehreren Freiwilligen zunächst 400 Bilder mit verschiedenen Schwarz-Weiß-Mustern. Dabei wurden ihre Gehirnaktivitäten im Magnetresonanztomographen (MRT) von einer speziellen Software analysiert und aufgezeichnet. Anschließend mussten die Probanden im MRT die sechs Buchstaben des Wortes „ Neuron” betrachten. Tatsächlich gelang es der Software durch die Messung der Nervensignale, die Buchstaben auf einem Computerbildschirm darzustellen.
Kamitani will seine Methode jetzt weiter verfeinern, um künftig Träume und Gedanken vollständig in Bilder umzusetzen, die dann wie ein Film angeschaut werden können. Genau das war nach einem bdw-Bericht einem deutschen Forscherteam bereits vor sechs Jahren gelungen (bild der wissenschaft 4/2003, S.12 , „Träume werden wahr”). Allerdings handelte es sich bei der Meldung um unseren Aprilscherz. Die Realität hat die Fantasie eingeholt.





